Nach schwerem Unfall bei Fritzlar: Ein Schild wurde bei Verkehrsschau entfernt

Bei der Verkehrsschau an der Autobahn: von links Dirk Daniel (Verkehrsdienst Schwalm-Eder), Unfall-Analytiker Winfried Hagelstein sowie Torsten Eitel vom Straßenverkehrsamt. Foto: Dellit

Fritzlar. Ein Schild an der Autobahnabfahrt Fritzlar ist verschwunden. Das ist ein erstes Ergebnis der Verkehrsschau an der A 49, zu der Landrat Frank-Martin Neupärtl eingeladen hatte. Das zusammengeklappte Einfahrt-verboten-Schild kann aus einem bestimmten Blickwinkel die Sicht auf herannahende Autos versperren.

Mitarbeiter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen schraubten es ab, um es an einer besser geeigneten Stelle wieder anzubringen. Das Schild wird bei Bedarf ausgeklappt. Zu dem Ortstermin waren Vertreter des Schwalm-Eder-Kreises, der Polizei und des ASV sowie ein Unfall-Analytiker gekommen.

Hintergrund war der Unfall mit drei Toten in der vorvergangenen Woche an der selben Stelle. Dabei war ein Wagen, der aus Fritzlar kam, gegen ein Auto gefahren, das von der Autobahn kam.

Diskussion um Stoppschild

Es war eine Diskussion entstanden, ob die Unfallstelle entschärft werden könnte, etwa durch ein Stoppschild. Die Verantwortlichen hatten zunächst abgewunken, weil es sich bei der Abfahrt statistisch gesehen nicht um einen Unfallschwerpunkt handele. Die Debatte ging aber weiter.

So trafen sich jetzt die Verantwortlichen an der Autobahn, um sich zu beraten. Deutlich wurde, dass es wenig Sinn hätte, einfach ein Stoppschild anzuschrauben. Gültig wäre dieses nämlich nur für die Autofahrer, die von der A 49 kommend nach links in Richtung Fritzlar fahren wollen.

Für diejenigen, die nach rechts Richtung Werkel fahren wollen, gibt es eine Beschleunigungsspur. Dabei, da waren sich die Experten einig, soll es auch bleiben. Im Klartext müssten Rechts- und Linksabbieger baulich getrennt werden, etwa durch eine neue Verkehrsinsel

Winfried Hagelstein, Unfallanalytiker der Dekra, hält auch eine Tempobegrenzung auf 70 Stundenkilometer auf der Straße aus Fritzlar für denkbar. Thomas Gläsel von der Polizeidirektion Schwalm-Eder wandte ein, dass sich viele Autofahrer nicht an eine solche Beschränkung halten würden, zumal auf einer mehrspurigen Straße.

Der Landrat will nun auf dem Dienstweg beim ASV ein Stoppschild anfordern. Später soll es einen weiteren Ortstermin geben. Dann wird auch das Unfallgutachten vorliegen.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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