Tag der offenen Tür

Nach sechsmonatiger Renovierung: Jugendclub strahlt in neuem Glanz

+
Freuen sich über den neu renovierten Jugendclub (von links): Nathalie Sartor (15 Jahre), Selina Waas (19 Jahre), Vanessa Tillmanns (16 Jahre) und Gabriel Stancu (21 Jahre) spielen im kleinen Nebenraum Billard.

Balhorn. Ein halbes Jahr lang haben die Balhorner Jugendlichen in ihrer Freizeit gespachtelt, gegipst und gemalt, um den Jugendclub auf Vordermann zu bringen. Am Sonntag luden sie zum Tag der offenen Tür ein.

Die Steaks und Würstchen brutzeln auf dem Grill. Eine Handvoll Jugendlicher steht in gemütlicher Runde vorm Jugendraum und unterhält sich. Aus dem Raum schallt angenehme Musik. Leckere Kuchen und warmer Kaffee laden zum Verweilen auf dem Sofa ein. Im kleineren Nachbarraum spielen Jugendliche Billard. Wandgroße gesprayte Bilder verleihen dem Jugendraum Individualität und Farbe.

Der 22-jährige Gabriel Stancu bringt die optische Veränderung des Jugendraumes auf den Punkt: „Gegenüber früher liegen Welten dazwischen.“ Vorher sei der Raum eine Bruchbude mit Löchern in den Wänden gewesen, so der Balhorner. Die Arbeit bis spät in die Nacht oder an den Wochenenden habe sich gelohnt. „Wir haben uns gegenseitig geholfen, wenn Fachwissen gefragt war.“ Leicht waren die Renovierungsarbeiten nicht. Immer wieder gab es Schwierigkeiten, die die Jugendlichen zeitlich nach hinten geworfen haben.

Alle packten mit an 

„Das Lösen der Tapeten hat viel Zeit in Anspruch genommen“, sagt der 22-Jährige. Auch eine Lackfarbe an der Wand und fehlendes Baumaterial machten den Jugendlichen das Leben schwer. „Kurz vor Ende der Renovierungsarbeiten haben wir Schimmel im Aufenthaltsraum entdeckt.“ Zu allem Überfluss wurde vor zwei Wochen noch das Glas der Eingangstür zerstört. Doch alle Jugendlichen haben angepackt und pünktlich zum Tag der offenen Tür die letzten Mängel beseitigt.

Alle Löcher in den Wänden wurden mit Platten verschlossen und weiß gestrichen, die Heizungen abmontiert, neu lackiert und wieder anmontiert, Steckdosen neu gemacht und Bodenbelag verlegt. „Alle haben mitgeholfen“, sagt Waldemar Rempel. Daher habe der Club bei den Jugendlichen eine hohe Akzeptanz. Es gehe aber noch um mehr. „Wir hatten einen schlechten Ruf im Dorf“, sagt der 16-Jährige. Ihnen gehe es darum zu zeigen, dass sie anders seien als frühere Jugendclub-Besucher.

Die 19-jährige Selina Waas hat tatkräftig bei den Arbeiten geholfen. „Das alte Sofa war eklig, man wollte gar nicht rein in den Club.“ Die Balhornerin ist aber stolz, dass alle an einem Strang gezogen haben.

Seitdem der renovierte Jugendclub fertig ist, sprudeln die Ideen der Jugendlichen. Bereits nächste Woche findet in den Räumen ein Hiphop Workshop statt. Geplant seien alkoholfreie Cocktailpartys, Filmnächte und Computerspiel-Partys. Der Jugendclub benötigt noch einen Schrank für Gläser, eine neue Spüle und einen Ofen. Spenden sind willkommen.

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

Kommentare