Gensunger bekommt keine Versicherungspolice, da er wohl auf der Warnliste steht

Versicherungspolice - Nach Streit ohne Schutz fürs Haus

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Nichts als Ärger: Dr. Eberhard Rusch mit Versicherungs-Schriftwechsel.

Gensungen. Schnöde abserviert fühlt sich der Gensunger Dr. Eberhard Rusch von der Versicherung, bei der er 33 Jahre lang Kunde war.

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Nach drei kleineren Wasserleitungsschäden im Lauf dreier Jahre kündigte ihm die Firma R+V plötzlich seine Gebäudeschutz-Police, noch bevor es zu einem klärenden Gespräch kommen konnte. Das habe System, vermutete Rusch, als die HNA im Oktober über den Fall berichtete: Die Versicherung habe die Situation ausgenutzt, um aus einem für sie unattraktiven Altvertrag herauszukommen. Eine Reihe von Leserbriefschreibern und Online-Kommentatoren sah dies ebenso und berichtete von eigenen schlechten Erfahrungen mit Versicherungskündigungen.

Für den Gensunger Zahnarzt ist die Lage seither „nur noch ärgerlicher geworden“, berichtet Rusch: Die R+V, die auf HNA-Anfrage erklärt hatte, die Kündigung sei ein Versehen gewesen und man wolle den Kunden gern halten, habe sich nicht wieder gemeldet – außer mit einer Beitragsrechnung für 2011, obwohl der Vertrag ja durch die Firma selbst gekündigt wurde.

Das größere Problem für Rusch ist indessen, dass er auch keine andere Gesellschaft findet, die sein etwa 1960 erbautes Wohnhaus versichern will. „Falls jetzt ein Sturm kommt und das Dach fliegt weg, kann ich alles selbst bezahlen“, fürchtet der Hauseigentümer.

Ablehnung in dürren Worten

Eine Firma hat schon mit ein paar dürren Zeilen abgewunken: „Ihren Antrag nehmen wir nicht an.“ Grund sollen die bisherigen Schadensmeldungen sein, hat Rusch von einem Versicherungsmakler erfahren. Eine andere Versicherung hat sich auf Ruschs Antrag hin bislang noch nicht gerührt. Der Gensunger macht sich allerdings nicht viel Hoffnungen, dort aufgenommen zu werden. Er weiß, dass sich die Versicherungen durch eine schwarze Liste gegenseitig vor Kunden warnen, mit denen sie einmal Ärger hatten.

Und Eberhard Rusch in seinem Ärger hat manchen geharnischten Brief an seinen bisherigen Versicherer geschrieben. Nun bekommt er zu spüren, dass ihm dies offenbar branchenübergreifend zum Nachteil gereicht. „Aus heutiger Sicht würde ich wohl etwas konzilianter reagieren“, sagt er.

Beraterin Eva Raabe von der Verbraucherzentrale in Kassel hat Verständnis dafür, dass sich ein Versicherungskunde nach 30 schadenfreien Beitragsjahren nicht dumm kommen lassen will. Doch sie rät unbedingt, aktiv einen Vergleich zu suchen, damit man nicht unversehens ohne Versicherungsschutz dasteht.

Gerade bei Gebäudeversicherungen sei dies riskant. „Falls etwas passiert, kann das unter Umständen in den Ruin führen“, warnt die Verbraucherschützerin. (asz)

Quelle: HNA

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