Nach Tötung der Mutter: Sohn muss nicht für Beerdigung des Vaters zahlen

Melsungen/Kassel. Im Melsunger Beerdigungsstreit liegt nun das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) vor. „Wir haben gewonnen“, teilte Rechtsanwalt Martin Modes am Freitag mit. Das heißt: Der junge Mann muss nun nicht für die Beerdigung seines Vaters zahlen.

Diser hatte vor Jahren die Mutter umgebracht. Der VGH habe die Heranziehung zu den Bestattungskosten für nicht verhältnismäßig erklärt, so Modes. In erster Instanz hatte bereits das Verwaltungsgericht Kassel geurteilt, dem klagenden Sohn könne nicht zugemutet werden, die Kosten der Beerdigung zu übernehmen.

Dagegen hatte die Stadt Melsungen Berufung eingelegt. Die Kommune erhoffte sich, ebenso wie der Hessische Städte- und Gemeindebund, vom VGH die Klärung einer Grundsatzfrage: Gibt es einen Ermessensspielraum beim Einfordern von Beerdigungsgebühren? Die Stadt war der Meinung: Nein – sie müsse die Gebühren stets erheben.

Der Kläger hatte nach eigenen Angaben – ebenso wie sein jüngerer Bruder – seit 1992 jeglichen Kontakt zum Vater abgebrochen, der damals wegen Totschlags zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Auch das Erbe hätten sie beide ausgeschlagen.

Der Vater war im Januar tot auf seinem Grundstück in Melsungen gefunden worden. (kaj)

Quelle: HNA

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