Nach Unfall wird über Sicherheit der A49-Abfahrt diskutiert

Völlig zerstört: In diesem Wagen starben am Montag bei Fritzlar drei Menschen. Nun wird darüber diskutiert, ob die Verkehrssituation an der Autobahn zu gefährlich ist. Foto: Zerhau

Fritzlar. Der Unfall mit drei Toten und vier Verletzten hat die Menschen in der Region schockiert. Am Montag war es an der Abfahrt der A 49 bei Fritzlar zu dem Unglück gekommen.

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Auch HNA-Leserin Sabine Reiger aus Fritzlar ist entsetzt. Sie hält die Stelle, an der das Unglück geschah, für sehr gefährlich. Ein Bekannter von ihr habe dort schon vor mehr als drei Jahren einen ähnlichen Unfall erlebt. Er sei mit einem Transporter aus Fritzlar in Richtung Werkel unterwegs gewesen, als eine Autofahrerin mit ihrem Wagen von der Ausfahrt aus auf die Straße gezogen sei.

Ganz ähnlich hat sich der tödliche Unfall am Montag abgespielt. Der Bekannte von Sabine Reiger hatte damals geistesgegenwärtig den Wagen herumgerissen. Dennoch wurde die Autofahrerin schwer verletzt.

Zusammstoß: Drei Tote bei Verkehrsunfall

Reiger fragt sich nun, warum an der Abfahrt nur ein Vorfahrt-Achten-, aber kein Stoppschild steht. Außerdem mahnt sie eine bauliche Lösung an, um die Stelle zu entschärfen.

Es gibt kein Stoppschild, weil an dem Bereich der Einmündung keine besonders Unfallhäufigkeit vorliegt, erklärte Thomas Gläsel von der Polizei-Direktion Schwalm-Eder: „Von einem Unfallschwerpunkt wird erst gesprochen, wenn sich an einer Kreuzung oder Einmündung entweder fünf Unfälle desselben Typs oder drei Unfälle mit schwerverletzten Personen oder Toten ereignen.“

Das werde immer in einem Zeitraum von drei Jahren gemessen. Wenn in diesen drei Jahren vermehrt Unfälle passieren, dann sucht eine Unfallkommission nach Möglichkeiten, um ähnliche Zusammenstöße an diesen Stellen zu vermeiden.

An der Fritzlarer Abfahrt der A 49 gab es in den vergangenen drei Jahren laut Polizei einen weiteren schweren Unfall, und zwar im April 2010. „Der Unfallhergang bei dem Unfall damals und bei dem Unfall am Montag ist identisch“, sagt Gläsel.

Damals kam ein Pkw von der A 49 und der Fahrer wollte - wie der des Golfs am Montagnachmittag - nach links abbiegen. Dabei übersah der Fahrer einen Motorrad-Fahrer, der aus Richtung Fritzlar kam. Beim Zusammenstoß stürzte der Krad-Fahrer über die Motorhaube des Autos und wurde schwer verletzt, berichtet Gläsel.

Die Hauptunfallursache am Montagnachmittag war laut Polizei, dass der Fahrer die Vorfahrt missachtet habe. „Aber die tief stehende Sonne spielte auch eine Rolle dabei“, ergänzte Jens Breitenbach von der Polizei Fritzlar. Er hatte den Unfall aufgenommen. Gläsel mutmaßt, dass bei dem Unfall im vergangen Jahr die tiefstehende Sonne ebenfalls eine Ursache gewesen sein könnte.

In diesem Fall hätte auch eine bauliche Lösung die Unfälle nicht verhindern können, so die Polizei. Solche Veränderungen an der Einmündung seien ohnehin nicht möglich, um das Unfallrisiko zu verringern, sagt Gläsel.

Wenn jedoch im Zeitraum der Frist von drei Jahren ein weiterer Unfall passieren würde, dann würde die Einmündung entschärft werden; zum Beispiel durch ein Stoppschild.

Hintergrund: Kommission entscheidet

Die Unfallkommission des Landkreises sucht nach Gründen für Unfälle und nach Möglichkeiten, diese Unfälle zu vermeiden. Das Gremium besteht aus Vertretern der Städte und Gemeinden, der Polizei, der Straßenverkehrsbehörde und des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen. Die Mitglieder treffen sich mindestens zwei Mal im Jahr, bei Bedarf auch häufiger. Sie kümmern sich um die Unfallschwerpunkte im Schwalm-Eder-Kreis und entscheiden darüber, was an kritischen Stellen gemacht werden kann. Im Landkreis gibt es vier Unfallschwerpunkte. Gefährlich sind die Strecken zwischen Borken-Kerstenhausen und Arnsbach, die Ortseinfahrt von Borken auf Höhe des Kraftwerks, die Strecke zwischen Allendorf und Ziegenhain sowie die Strecke zwischen Lengemannsau und Ostheim. (ddd)

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Quelle: HNA

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