Nach Unfall in Wolfershausen: Fragen und Antworten zum Kanufahren

Paddeln auf dem Fluss: Wer im Kanu oder Kajak unterwegs ist, sollte einige Regeln beachten, empfiehlt Michael Brückler (Firma Eder-Fulda-Tour). Foto: Archiv

Melsungen. Kanufahren als Freizeitaktivität ist kinderleicht, ein Einstieg ist für jedermann ohne Voraussetzungen möglich. Dennoch hilft ein wenig Vorwissen bei der Kanutour. Wir sprachen mit einem Experten.

Wir sprachen mit Michael Brückler von der Firma Eder-Fulda-Tour, die ihren Sitz in Gudensberg hat.

Wie paddelt man beim Kanufahren richtig?

Beim Kajak mit seinem Doppelpaddel kann man nicht viel verkehrt machen. Den Kanadier fahren viele Menschen falsch“, sagt Michael Brückler. „Wichtig ist der Kontakt zwischen Oberschenkel und Bordwand, um Wellen- und Windbewegungen gut ausgleichen zu können“, betont Brückler.

Was ist der Unterschied zwischen Kajak, Kanu oder Kanadier?

Das Kajak ist ein kleines, meist einsitziges Boot mit einer Einstiegsluke für die Beine und einem ansonsten geschlossenen Rumpf. Man fährt es sitzend mit einem Doppelpaddel. Der Kanadier ist offen, hat Sitzbänke und wird von mehreren Personen per Stechpaddel bewegt. Für beide Bootstypen gilt das Wort Kanu als Oberbegriff.

Ist Kanufahren gefährlich?

Die kippeligen Boote können auch mal kentern, also umkippen. Doch ein gutes Kajak hat laut Michael Brückler mehrere abgeschottete Kammern, so dass es nicht untergehen kann. „Immer in der Mitte des Flusses fahren, die Plätze nicht während der Fahrt tauschen und immer flussabwärts lehnen - das sind Regeln, die man beachten sollte“, so Brückler. Eine Schwimmweste sollte man immer tragen.

Wie schnell geht es vorwärts?

Flussabwärts sei es natürlich leichter, aber das Paddeln sei auch gegen die Strömung kaum aufwendiger als eine Wandertour, sagt Michael Brückler. „Die Fulda und die Eder haben eine Fließgeschwindigkeit von vier bis fünf Stundenkilometer. Allerdings ist es aus naturschutzrechtlichen Gründen verboten die Eder hochzupaddeln.“

Darf man denn überall fahren?

Ja, wenn es nicht aus Naturschutzgründen verboten ist. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. „Nach dem Gesetz ist der Kajakfahrer ein Schiffsführer und muss sich vor dem Start informieren, wo er fahren kann.“ Ein Bootsführerschein sei aber nicht nötig, jeder kann lospaddeln, wie er will. Auf der Eder kann jeder ab Affoldern lospaddeln. Die Fulda ist ab Bad Hersfeld befahrbar. Die Schwalm ist grundsätzlich befahrbar, aber nur, wenn sie viel Wasser führt.

Was ist, wenn es nicht weitergeht?

Wer von Fluss zu Fluss wechseln oder nicht an der Schleuse warten will, kann das Kanu aus dem Wasser ziehen und über Land weiter transportieren. „Allerdings sollte man sich vorher informieren wie es bei den Wehren aussieht. Ich hab schon böse Überraschungen erlebt“, sagt Michael Brückler.

Von Henry Valentin

Lesen Sie auch: 

Kanufahrer kentert: Radfahrer rettet den Schwerverletzten

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare