Umzäunung an Teichen

Nach Unglück mit ertrunkenen Kindern: Kommunen prüfen Gefahren

Der Feuerlöschteich in Naumburg am Eulenberg: Die Anlage ist durch einen Zaun gesichert. Foto:  Norbert Müller

Wolfhager Land. Nach einem Unglück im Schwalm-Eder-Kreis, bei dem drei Kinder ertrunken sind, haben wir gefragt, ob Teiche in Orten und in der Nähe davon umzäunt werden müssen.

Das Unglück um die drei Kinder, die in einem Löschteich in Seigertshausen bei Neukirchen ertrunken sind, berührt wohl jeden. Umzäunt war der Teich nicht. Obwohl viele Löschteiche im Wolfhager Land abgesichert sind, werden nicht alle Teiche von einem Zaun geschützt. Doch das sei oftmals auch gar nicht möglich, erklärt Walter Schmand Hauptamtsleiter in Breuna.

„Manche öffentlichen Wasserflächen dürfen aus naturschutzrechtlichen Gründen gar nicht eingezäunt werden“, sagt Schmand. Zudem lägen viele Wasserflächen oft so einsam, dass jede Absperrung unbemerkt überwunden werden könne.

„Selbst wenn die Teiche eingezäunt sind, wird es nie eine hundertprozentige Sicherheit geben.“

In der Gemeinde Habichtswald habe sogar ein Angelverein die Auflage erhalten, eine vorhandene Einfriedung zu beseitigen, sagt Bürgermeister Thomas Raue (SPD). Einen speziellen Löschwasserteich gebe es in Habichtswald aber nicht.

Dennoch gibt es sowohl in Breuna als auch in Habichtswald Sicherheitsmaßnahmen. In Wettesingen sei der Feuerlöschteich eingezäunt und mit Warnschildern versehen, auch ein Angelteich sei gesichert, so Schmand. Eine Oberwasser-Einlaufeinrichtung direkt an einem Fußweg in Habichtswald sei mit einem Gitter geschützt, obwohl dieses nicht Vorschrift sei, sagt Raue. „Es soll das Hineinfallen verhindern.“

Konsequenzen in Naumburg 

Konsequenzen aus dem Unglück in Seigertshausen will die Stadt Naumburg ziehen: Der Löschteich im Gewerbegebiet Elbenberg ist bereits mit einem 1,25 Meter hohen Metallzaun geschützt. Doch weder der Teich an der Ochsenwiese noch vier weitere Klein- und Biotopteiche seien durch einen Zaun abgesichert. „Es ist dort bisher zu keinen Unfällen gekommen. Wir werden aber dennoch die Gefahren bei diesen Anlagen prüfen“, sagt Bürgermeister Stefan Hable (CDU).

Zwei Löschteiche, die beide eingezäunt sind, gibt es in Wolfhagen, sagt Helmut Rupp, Leiter des Ordnungsamts. Doch die Möglichkeiten zur Wasserentnahme müssten für die Feuerwehr trotzdem bestehen bleiben, erzählt Stadtbrandinspektor Frank Brunst.

Die Stadt Zierenberg besitze weder Löschwasserteiche noch Schwimm- oder Freizeitteiche. Das teilt Bürgermeister Stefan Denn (SPD) mit. Auch in der Gemeinde Bad Emstal gebe es keine für Löschwasserzwecke angelegten Teiche. „Die Teiche sind als Landschaftselement angelegt, können aber auch als Löschwasserquelle genutzt werden“, erklärt Bauamtsleiter Andreas Bohn. Diese Teiche seien alle frei zugänglich und nicht eingezäunt.

Quelle: HNA

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