Nach Unwetter im Wolfhager Land: Totalschaden beim Wintergetreide

Wolfhager Land. Der Hagelsturm vor zwei Wochen hat eine Schneise durch das Wolfhager Land geschlagen. Das ganze Ausmaß des Schadens für die Landwirtschaft tritt erst jetzt zutage, nachdem die Schäden nach und nach den Versicherungen gemeldet werden.

„Südöstlich des Altkreises in Balhorn, Altenstädt, Bründersen, Ippinghausen und Naumburg haben wir auf vielen Feldern Totalschaden“, erklärt Johannes Gerhold vom Bauernverband. Der Gesamtschaden liege im sechsstelligen Bereich. Am schlimmsten ist das Getreide betroffen. „Bei der Wintergerste ist keine Ähre mehr am Halm.“ Vor allem bei Balhorn reiht sich Stoppelfeld an Stoppelfeld - vier Wochen zu früh. „Wir haben Glück, dass wir die Biogasanlagen haben. Die Landwirte konnten so das zerstörte Getreide dort anliefern“, sagt Gerhold.

Betroffen ist auch Ortslandwirt Reinhard Wicke aus Balhorn. „Meine Ernte ist zu einem Drittel zerstört“, erklärt er. Besonders tragisch sei dies beim Getreide. „Kurz vor dem Sturm stand die Frucht hervorragend. Wir hätten eine super Ernte einfahren können.“ Taubeneigroße Hagelkörner seien auf die Felder geknallt. Ein solch extremes Wetterereignis habe es in Balhorn zuletzt im Jahr 1970 gegeben. „Damals war ich zwölf Jahre alt und kann mich noch gut an die Größe der Hagelkörner erinnern.“

Unter dem Unwetter vor zwei Wochen hat auch der Mais gelitten. „Die Hagelkörner haben die Blätter zerrissen“, berichtet Johannes Gerhold. Der Mais habe jedoch die Fähigkeit sich zu regenieren. Daher werde der Schaden hier nicht ganz so massiv ausfallen wie beim Getreide. Problematisch war allerorten im Altkreis der Starkregen. „Auf einigen Feldern hat der Regen den Boden abgetragen.“

In anderen Bereichen des Altkreises, wie beispielweise in Zierenberg, wo Johannes Gerhold seinen Hof hat, sei man „mit einem blauen Auge davon gekommen“.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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