Nach weiterem Einbruch: Litauer bekommt keine Bewährung mehr

Schwalmstadt/Frielendorf. Wegen Einbruchdiebstahls wurde ein 29-Jähriger vor dem Amtsgericht Schwalmstadt zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Der Mann war bereits wegen ähnlicher Vergehen verurteilt, ein Prozess in Brandenburg steht noch aus.

Nach Überzeugung des Schwalmstädter Gerichts brach der 29-jährige Litauer Ende Mai 2009 in eine Autowerkstatt in Frielendorf ein. Er stieg mittels einer Mülltonne in ein 1,80 Meter hoch gelegenes Fenster ein und erbeutete Geräte im Wert von 14 000 Euro, unter anderem ein Diagnoselesegerät.

Sein Diebesgut soll er auf einem Rollwagen durch die Eingangstür des Betriebs über die Wiese hinter der Werkstatt zur nahegelegenen Bundesstraße 254 transportiert haben. Dort wurden die Geräte verladen. Bis heute sind sie nicht wieder aufgetaucht.

Der Angeklagte behauptete am Dienstag, zur Tatzeit gar nicht in Deutschland gewesen zu sein. Es gebe Zeugen dafür, dass er zu Hause in Litauen war. Erst im September vorigen Jahres sei er nach Deutschland eingereist, um Arbeit zu finden. Das Gericht glaubte ihm nicht, denn die Polizei hatte auf der Wiese nicht nur seine Fußabdrücke entdeckt.

Ein vom Rollwagen abgebrochenes Gummistück trug nämlich die DNA des Mannes. Das kam durch einen Vergleich im Kriminallabor in Gießen zutage, wo der genetische Fingerabdruck des 29-Jährigen im Zusammenhang mit weiteren Taten betrachtet wurde. Der Richter hob gestern vier Urteile für früher begangene Straftaten auf, weil das jüngste, im Februar in Fritzlar gesprochene Urteil weitere Straftaten nicht berücksichtigen konnte.

Der Angeklagte hatte seinerzeit in der Domstadt beteuert, dass er seine Taten bereue und versprach, zurück nach Litauen zu seiner Familie zu gehen. Nie wieder, so sagte er vor jenem Gericht, wolle er wieder nach Deutschland kommen, wenn er dadurch einer Haftstrafe entgehen könne. Tatsächlich erhielt er eine Strafe auf Bewährung. Doch bereits einen Monat später wurde er wieder wegen Diebstahls festgenommen, diesmal in Brandenburg.

In Treysa entschied nun der Richter gemeinsam mit den Schöffen, dass der Litauer für die Tat in Frielendorf ein Jahr ins Gefängnis muss. Die vier vorherigen Urteile wurden zu einer Haftzeit von neun Monaten zusammengefasst, so dass der 29-Jährige nun für insgesamt 21 Monate in Haft muss. Außerdem hat er die Gerichtskosten zu tragen.

VonNatascha Neustädter

Quelle: HNA

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