Dreißgjähriger Krieg: Kaiserlicher General schlief in Riebelsdorfs ältestem Haus

Die Nacht vor der Schlacht

Obelisk erinnert an das Gefecht: Das Denkmal an der Bundesstraße erinnert an Velten Muhlys Tat in der Schlacht am Riebelsdorfer Berg. Der Ziegenhainer erschoss 1640 den kaiserlichen Feldmarschall von Breda, der soll in dem ältesten Haus in Riebelsdorf (Foto oben und undatierte historische Aufnahme) zuvor genächtigt haben. Fotos und Repro: Grede

Riebelsdorf. Klein und unscheinbar wirkt es, das Haus in der Ziegenhainer Straße. Recherchen von Georg Blumenauer brachten nun an den Tag, dass es von historischer Bedeutung sein könnte. Wahrscheinlich hat dort in Riebelsdorf ein kaiserlicher Feldmarschall über seine alles entscheidende Schlachtordnung gegrübelt: General von Breda soll hier seine letzte Nacht verbracht haben, bevor er im Dreißigjährigen Krieg in der Schlacht bei Riebelsdorf erschossen wurde.

In Riebelsdorf ist das Haus als das alte Bornhansen Haus bekannt. Schon die ehemalige Bezirkskonservatorin Katharina Thiersch bescheinigte dem Anwesen, das es noch vor 1600 erbaut wurde. Der größte Teil des mittelalterlichen Ortskerns war 1617 einem Brand zum Opfer gefallen.

Die Überlegungen des Hobbyhistorikers Blumenauer zum Verbleib von Bredas vor der großen Schlacht basieren auf Forschungen in den Riebelsdorfer Kirchenbüchern und den Überlieferungen zur Schlachtordnung der blutigen Auseinandersetzung zwischen hessischen und kaiserlichen Truppen auf dem Riebelsdorfer Berg im Dreißigjährigen Krieg. Mehr als 4000 Reiter nahmen Aufstellung. Das Schlachtfeld erstreckte sich von Schrecksbach bis Riebelsdorf und Rückershausen. Bevor es auf der Anhöhe vor Riebelsdorf zum entscheidenden Gefecht kam, ließ der kaiserliche Feldmarschall von Breda noch die Dörfer Salmshausen, Zella, Zella, Ransbach, Loshausen, Loshausen, Leimbach und Steina brandschatzen.

Der Überlieferung nach soll von Breda in dem Gefecht am Riebelsdorfer Berg am 15. November 1640 durch einen Schuss von Velten (Valentin) Muhly, Metzger und Kommandant der 1539 gegründeten Ziegenhainer Bürgerwehr, die im Frieden die Festungswache versah, getötet worden sein. Hierauf flüchtete der Feind gen Süden: Die Schwalm war befreit.

Mit dem Gefecht endete einer der schlimmsten Einfälle kaiserlicher Truppen in Hessen während des Dreißigjährigen Kriegs. Doch die Dörfer lagen in Schutt und Asche, die Felder waren verwüstet und etliche Bauern von marodierenden Truppen getötet.

Denkmäler an der B 454

Georg Blumenauer ist sich sicher, dass der kaiserliche Feldmarschall im Haus in der Ziegenhainer Straße nächtigte. Auf der Anhöhe vor Riebelsdorf, wo es der Legende nach zur entscheidenden Begegnung zwischen Velten Muhly und von Breda gekommen sein soll, stehen links und rechts zur Bundesstraße zwei Denkmäler. Der Riebelsdorfer Hobbyhistoriker könnte sich vorstellen, dass an den Bornhansen-Haus künftige eine Gedenktafel an Feldmarschall von Bredas letzte Nacht erinnert. Quellen: Wikipedia und Landesgeschichtlicher Informationsdienst Hessen 

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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