Der Rörshainer Landwirt Paul Fenner freut sich über das erste Kalb dieser Art in Nordhessen

Nachwuchs für Familie Büffel

Rörshain. Sie hat große, schwarze Augen, dichtes Fell und ist noch etwas wackelig auf den Beinen: Das erste Wasserbüffel-Baby in ganz Nordhessen steht auf einer Wiese in Schwalmstadt-Rörshain.

Zwar hat das Kalb noch keinen Namen, aber der Nachwuchs von Büffelkuh Greta ist bereits der ganze Stolz von Landwirt Paul Fenner. Auch Ehefrau Birgit und vor allem die Enkelkinder sind Feuer und Flamme für den niedlichen Familienzuwachs. Die beiden Wasserbüffel-kühe Greta und Lieschen sowie Bulle Poldi. sind weit und breit die Einzigen ihrer Rasse.

Paul Fenner

Doch seit vergangener Woche stehen die Tiere nicht mehr nur als Trio auf der Weide in Rörshain, denn Greta ist Mama geworden. Die nächsten Verwandten stehen in der Rhön: Bei einem Züchter hat Paul Fenner seine Drei im Dezember 2009 gekauft. Seitdem pflegt das muntere Trio Fenners sumpfige Wiesen nahe eines Bachlaufs. „Ich hab damals mit der Landwirtschaft aufgehört und hatte über Wasserbüffel als Landschaftspfleger gelesen“, erzählt der 61-Jährige. Das saure Gras auf den Weiden fraßen seine Rinder nämlich nicht.

Die Jungtiere zogen also um in die Schwalm und nahmen Paul Fenner nach und nach als Vertrauensperson an: „Mir gegenüber sind die Wasserbüffel zutraulich, aber sie sind sehr aufmerksam und misstrauisch“, erzählt der Rörshainer.

Und wenn sie mal ausbüchsen, dann ist Schnelligkeit gefragt. „40 bis 50 Kilometer am Stück sind für die Büffel keine Entfernung“, erläutert Fenner.

Büffel gehören zur Gattung der Rinder, können aber, entgegen ihrer Artgenossen, ihre Körperwärme nicht abschwitzen. „Am Anfang haben sich die Tiere dann richtige Kuhlen gegraben, um sich darin zu wälzen oder sind in den nahe Bach gegangen“, erzählt Birgit Fenner. Mittlerweile hat Paul Fenner einen Teich für seine Büffel angelegt. Bei warmem Wetter wälzen sich die Tiere darin. „Danach bedeckt sie eine Schlammschicht, die sie vor Wärme, vor allem aber gegen Insekten schützt“, erklärt der Landwirt.

Die robusten Tiere können auch im Winter im Freien bleiben: Paul Fenner muss wegen der fehlenden Vegetation dann natürlich Futter zur Weide bringen. Im vergangenen Jahr haben sie deshalb auf einer Wiese nahe des Hofes überwintert.

Erwachsen nach fünf Jahren

Ausgewachsen sind Wasserbüffel nach fünf Jahren. Fenners dreijährige Exemplare wiegen jetzt um die 600 Kilo, ausgewachsen dann etwa eine Tonne. Dass die Herde langsam wächst, darüber freut sich der Rörshainer riesig. Dabei wusste er gar nicht, dass es schon jetzt soweit sein sollte. „Ich dachte, der Nachwuchs kommt erst im Herbst.“

In der vergangenen Woche rief dann plötzlich der Tierarzt an und überbrachte die frohe Kunde. Bald wird das Büffel-Baby Verstärkung bekommen: Denn auch die zweite Büffelkuh ist trächtig. Was dem Kälbchen noch fehlt, ist ein Name. Er sollte - wie der Name von Mutter Greta - mit dem Buchstaben G beginnen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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