Landwirt auf Rörshain kümmert sich um drei Kälbchen

Nachwuchs für die halbwilden Wasserbüffel in Schwalmstadt

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Der Treysaer Wieragrund bietet einen idealen Lebensraum für Wasserbüffel: Erstmals gibt es dort Nachwuchs. 

Schwalmstadt. Mehrfachen Nachwuchs gibt es in der kleinen Herde im Naturschutzgebiet im Treysaer Wieragrund.

Seit vergangener Woche gehören drei Kälbchen mit dunklem Fell zur Wasserbüffelherde, die im Naturschutzgebiet im Wieragrund bei Treysa lebt.

Paul Fenner

Paul Fenner, Landwirt aus Rörshain, kümmert sich seit zwei Jahren um die Rinderrasse. Im Wieragrund leben die Tiere halbwild. Sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzen, die vor Ort wachsen.

Das Gebiet vor Wiera ist ein wahres Paradies für die Tiere. An heißen Tagen sieht man nur die Köpfe aus dem Wasser ragen“, erklärt Paul Fenner. Auch die jüngsten Tiere der Wasserbüffel suchen schon Abkühlung in den Wasserbecken.

Der Lebensraum

Die Fläche im Wieragrund ist 15 Hektar groß und bietet mit zwei künstlich angelegten Wasserbecken und einem natürlichen Bachlauf Platz für sieben erwachsene Büffel und elf Rinder des Roten Höhenviehs. Jochen Rieper, Thomas Flach und Dr. Dieter Merle freuen sich sehr über den Nachwuchs im Wieragrund. Vor zwei Jahren entschieden sie sich zum gemeinsamen Kauf der weiblichen Büffel. Rieper beschreibt seine Faszination für die Büffel: „Ich kenne mich überhaupt nicht mit Landwirtschaft aus und finde es äußerst spannend, die Entwicklung der Tiere zu beobachten.“

Auf Paul Fenners Hof in Rörshain leben schon seit mehreren Jahren Wasserbüffel, daher kennt er diese Büffelrasse sehr gut.

„Es sind robuste Tiere mit äußerst säure- und fettarmen Fleisch. Aufgrund ihrer großgewachsenen Hufe können sie problemlos durch Sümpfe laufen, anders als Kühe“, so Fenner weiter.

Die Rasse

Nach elf Monaten Trächtigkeit gebären die circa 500 Kilogramm schweren Kühe die Kälbchen. Ausgewachsene Bullen können ein Gewicht von bis zu einer Tonne erreichen, berichtet der 66-jährige Landwirt.

Für die aus Italien und Rumänien stammenden Tiere wird momentan ein Unterstand für den Winter auf dem Gelände gebaut.

Aufgrund des milden Winters im vergangenen Jahr war dies noch nicht nötig, erklärte Fenner. Ursprünglich wurden die Tiere in der Landwirtschaft als Nutztiere zum Pflügen eingesetzt. In Italien und Rumänien nutzt man die starken Rinder teilweise heute noch, um Äcker zu pflügen. In Deutschland wird die Rasse nur noch als Zuchtvieh gehalten. Eine trächtige Kuh kostet circa 3000 Euro. Einen Jährling kann man ab 1500 Euro kaufen.

Wasserbüffel

Wasserbüffel gehören zur Rasse der Rinder. Die Tiere können in freier Wildbahn eine Schulterhöhe von 180 Zentimetern und ein Gewicht von über einer Tonne erreichen. Weidetiere sind kleiner. Beide Geschlechter tragen Hörner, die entweder gerade zur Seite stehen oder sich halbkreisförmig nach innen krümmen. Weit auseinander gespreizte Hufe geben den Tieren in ihrem sumpfigen Lebensraum sicheren Halt.

Milch, Fleisch und Leder der Tiere können genutzt werden. Bekannt ist unter anderem der Büffelmozzarella. Bei Tieren der rumänischen Rasse wird eher das Fleisch genutzt, bei Büffeln der italienischen Rasse nutzt man meist die Milch.

Von Philipp Schwehm

Quelle: HNA

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