Nachwuchs im Wildpark Knüll: Ein kleiner Wolf ganz groß

Allmuthshausen. Kleine Zwergziegen, die frech miteinander kämpfen oder wenige Wochen alte Uhus, die vorsichtig aus dem Schutz eines Holzkastens nach draußen blicken: Der Tiernachwuchs erobert den Wildpark Knüll.

„Es ist einfach eine besondere Zeit, wenn die Jungtiere auf die Welt kommen“, beschreibt Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildparks, das erste Halbjahr. Das steht nämlich ganz im Zeichen der Jungtiere. „Außerdem ist es schön zu sehen, wie sich die Tiere entwickeln. Das ist fast so wie bei den eigenen Kindern“, fügt Fröhlich, der selber Vater ist, hinzu.

Neugieriger Blick: Ein Wolfswelpe im Arm einer Pflegerin des Tierparks Knüll.

100 Jungtiere kamen in diesem Jahr bis in den Juni hinein im Wildpark Knüll auf die Welt. „Den Anfang machen im Januar die Schafe. In den folgenden Monate kommen dann die Jungen der Wildschafe, der Wildschweine und des Rotwilds auf die Welt“, erklärt Fröhlich. Auch im Juni wird es im Wildpark vermutlich noch Nachwuchs geben: „Aktuell brütet eine Schneeeule noch“, sagt Fröhlich erfreut.

Wolfswelpe wurde geboren

Besonders stolz ist der Leiter des Parks aber auf einen Wolfswelpen. Damit das Wolfsrudel nicht zu groß wird, passen die Mitarbeiter des Parks per Geburtenkontrolle darauf auf, dass es nicht in jedem Jahr Nachwuchs im Gehege der Wölfe gibt. Verabreichte Hormone sorgen dafür, dass die weiblichen Tiere nicht schwanger werden. „Ich habe den Kleinen leider noch nicht zu Gesicht bekommen. Dafür hat eine Kollegin schon Fotos von ihm machen können“, sagt Fröhlich.

Da die Tiere im Wildpark Knüll unter möglichst natürlichen Bedingungen gehalten werden, kann es auch passieren, dass es nicht alle Neugeborenen durch die ersten Wochen schaffen: „Bei uns überleben aber über 90 Prozent der Jungtiere.“ Wenn dann doch mal ein Tier stirbt, dürfe einem der Tod nicht zu nahe gehen, fügt er hinzu: „Damit muss man immer rechnen, es ist ein natürlicher Vorgang.“

Früh übt sich: Erst wenige Wochen alt, raufen diese Zwergziegen schon untereinander.

Nicht alle der neugeborenen Tiere bleiben im Wildpark Knüll. Damit die Populationen bei den 40 Tierarten nicht zu groß werden und um Inzucht zu vermeiden, werden regelmäßig Jungtiere an andere Parks abgegeben, Zuchttiere werden getauscht. „Die Tiere sollen ja auch optimal gehalten werden“, erklärt Fröhlich.

Besonders gern blickt der Leiter des Wildparks auf einen bestimmten Moment zurück: „Es war unheimlich schön, als damals unsere Bären Nachwuchs bekommen haben.“ Kleine Bären gibt es in diesem Jahr dort nicht zu sehen. Dafür warten aber kleine Zwergziegen, Pferde, Wildschafe und ein Wolfswelpe auf die Besucher.

Von Kevin Hildebrand

Quelle: HNA

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