Gemeindereferent Hubert Ziegler arbeitet künftig in Fulda

Nahe bei den Menschen

Er geht: Gemeindereferent Hubert Ziegler wird morgen verabschiedet. Foto: Archiv

Gudensberg. Manchmal, sagt Hubert Ziegler, wirkt der Heilige Geist ganz deutlich: So zum Beispiel bei der überraschenden Wahl des argentinischen Kardinals zum neuen Papst Franziskus I. „Wer hätte das zuvor gedacht...“, sagt er lächelnd, denn Franziskus lebe das, was auch für ihn immer wichtig gewesen sei bei seiner Arbeit in der katholischen Kirche: nahe bei den Menschen zu sein, sich besonders um die zu kümmern, die am Rande leben.

Nach 27 Jahren im Dienst der Herz-Jesu-Gemeinde in Gudensberg wird Hubert Ziegler am Sonntag, 3. November, im Gottesdienst um 11.15 Uhr in der katholischen Kirche in Gudensberg verabschiedet.

Er ist seit 1. November nicht mehr der omnipräsente, quirlige, kritische Gemeindereferent, den in seinen Gemeinden jeder kannte. Seine Kirche hat ihn abberufen, er kümmert sich jetzt in Fulda um die Menschen in zwei Altenheimen und zwei Schulen.

„Ich bin ein extrovertierter Typ“, beschreibt sich Ziegler selbst. Das komme daher, dass er gelernter Journalist sei. Eine kritische Haltung und Ehrlichkeit seien ihm immer wichtig gewesen, auch im Bewusstsein, dass man damit anecken könne und eventuelle Konsequenzen tragen müsse.

Der 59-Jährige kümmerte sich in den fast drei Jahrzehnten um Öffentlichkeitssarbeit, schrieb häufig das Wort zum Sonntag, arbeitete an der Ökumene mit und stand unverzagt zur Verfügung, wenn knifflige Themen behandelt wurden.

Trotz mancher seiner Meinung nach fragwürdigen Entwicklungen in der katholischen Kirche: Der Glaube sei das was ihn trage, betont Ziegler. „Sonst würde ich vielleicht nicht mehr leben.“ Als 15-Jähriger habe er die Entscheidung getroffen und seither die Erfahrung gemacht, dass ihn Gott noch nie im Stich gelassen habe.

Ziegler ist überzeugt, dass sich innerhalb der Kirche vieles verändern müsse, wenn sie nicht immer mehr Mitglieder verlieren wolle. „Die Menschen stimmen sonst mit den Füßen ab.“ Etwa zum Zölibat: Man müsse nachdenken, ob es noch zeitgemäß sei.

Zur christlichen Botschaft steht Hubert Ziegler nach wie vor: Es gebe für ihn nichts Wichtigeres als die Nächstenliebe. Sein Lebensmotto sei das Augustinus-Wort „Liebe - und tue, was du willst“. Wobei das Wollen immer mit der Verantwortungdes Tuns verbunden sei. (ula)

Quelle: HNA

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