Große Karnevalistenschar erstürmte das Melsunger Rathaus

Narren an der Macht

Rathausschlüssel in Narrenhand: von links Dieter Hartmann (MKC Melsungen), Michael Potzkai (Sitzungspräsident CCE Empfershausen), Prinzessin Diana I. (Blaue Funken Guxhagen), Berthold Weber (Sitzungspräsident KGR Röhrenfurth), Prinz Markus II. (Blaue Funken Guxhagen), Bürgermeister Dieter Runzheimer, Erster Stadtrat Fritz Voit und Herbert Losleben (Sitzungspräsident MKC ). 5 Fotos: Hohagen

Melsungen. „Der Rathaussturm ist uns gelungen – Bürgermeister und Magistrat, die sind bezwungen“, verkündete der sichtlich zufriedene Sitzungspräsident Herbert Losleben vom MKC Melsungen auf der Rathaustreppe. Und gab allen bekannt: „Das Rathaus ist wieder in Narrenhand“.

Mit Unterstützung der Karnevalsfreunde aus Guxhagen, Empfershausen und Röhrenfurth hatten die Narren pünktlich um 11.11 Uhr zum Sturm geblasen und anschließend die Schlüsselübergabe erzwungen.

„Wenn ihr nicht kampflos aufgebt, dann wird es ein Gemetzel von unvorstellbarem Ausmaß geben“, hatte Sitzungspräsident Herbert Losleben prophezeit. Es folgten einige Kanonenschüsse und zahlreiche mit Unterstützung der 300 Zuschauer geschmetterte Runden „Melsungen, Röhrenfurth, Empfershausen, Guxhagen Helau“.

Und als auch das noch nicht geholfen hatte, richtete die grüne Garde des Carneval Clubs aus Empfershausen auch noch ihre Blumengewehre in Richtung Rathausfenster.

„Und morgen steht dann in der Zeitung zu lesen: Die Amtszeit vom Bürgermeister ist nur kurz gewesen. Am 1. März wurd‘er in sein Amt eingeführt, und ein paar Tage später hat er vor ein paar Narren kapituliert.“

Herbert Losleben bei der Proklamation

Insgesamt dauerte es immerhin fast 20 Minuten, bis sich Bürgermeister Dieter Runzheimer und seine Mitarbeiter ergaben und aus dem Rathausfenster symbolisch die weiße Flagge schwenkten – nachdem man dort oben einstimmig der Meinung war, man müsse einsehen, dass Widerstand zwecklos sei.

Widerstand zwecklos

Und so wurde auch dem Melsunger Rathaus-Oberhaupt schmerzlich bewusst, was heute „steht in der Zeitung zu lesen: Die Amtszeit vom Bürgermeister ist nur kurz gewesen“. Denn bis zum morgigen Aschermittwoch ist das Rathaus nun traditionell in Narrenhand.

Das feierten die Karnevalisten mit den fröhlichen Spektakel-Betrachtern noch bis weit in den Mittag hinein. Auf einer Bühne präsentierten sich noch einmal Tanz- und Showgruppen der beteiligten Karnevalsvereine – immer wieder wurde die Masse zum Schunkeln und Helau-Rufen animiert.

Von Julia Hohagen

Quelle: HNA

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