Die Kooperation der Feuerwehr Naumburg mit der Rettungshundestaffel Nordhessen

Rettungshundestaffel: Mit der Nase zum Erfolg

Quirlig bei der Arbeit, für das Foto etwas entspannter: Die Hundeführer Sylvia Severin und Christof Fischer mit den Hunden (von links) Tobi, Paul und Berry. Foto: Schockenhoff

Naumburg/Kassel. Zielsicher stürmt Berry auf mich zu, schnuppert mich kurz ab und legt sich dann neben mich auf die Erde. Der flauschige Hund, der gerade noch auf der Couch unbedingt auf meinem Schoß sitzen wollte, bellt jetzt ohrenbetäubend, um sein Frauchen Sylvia Severin herbeizurufen.

Die Hundeführerin eilt zu uns, fragt mich, ob es mir gutgeht und belohnt dann den erfolgreichen Finder Berry. Dieser Einsatz war nur ein Test, doch er beweist mir, wie gut Border Collie Berry darauf trainiert ist, Menschen zu finden.

Sylvia Severin und Berry gehören zur Rettungshundestaffel Nordhessen im Deutschen Rettungshundeverein, die seit einigen Jahren mit der Feuerwehr Naumburg kooperiert. Wenn Menschen verschwunden sind, kommen in Naumburg und Umgebung die Hunde zum Einsatz, um Wälder und Wiesen zu durchkämmen. „Das ist einfach viel effektiver, als wenn wir Menschen das tun würden“, sagt Stadtbrandinspektor Thomas Häger, der den Kooperationsvertrag vor einigen Jahren mit einfädelte.

Den Geruch erkennen

Berry ist genau wie seine Rudelkumpels Tobi, der am Sonntag offiziell in den Ruhestand geht, und Paul, der demnächst die Prüfung zum Flächensuchhund ablegen soll, darauf trainiert, den Geruch von menschlichem Schweiß zu finden. „Dieser Geruch kommt sonst nicht in der Natur vor, die Hunde werden also nicht durch andere Tiere auf falsche Fährten geführt“, erklärt Christof Fischer, Leiter der Staffel.

Fischer kam vor einigen Jahren durch seine Mischlingshündin Mira zur Staffel. „Sie sollte eine sinnvolle Aufgabe bekommen. Und da ich im Rettunsdienst arbeite, lag die Rettungsstaffel nahe.“

Eine umfangreiche Ausbildung liegt vor einem Hundeführer und seinem tierischen Partner, bevor sie in der Staffel zum Einsatz kommen können. Der Hund muss bei einem Wesenstest beweisen, dass er gegenüber Menschen nicht aggressiv ist und bei einem Eignungstest, wie er mit Trubel und stressigen Situationen umgeht.

Viel Vertrauen nötig

Hund und Herrchen müssten sich sehr stark vertrauen, damit die Arbeit klappe, sagt Fischer. Während der Hund darauf bauen könne, dass sein Herr ihn in unbekannten Gelände nicht im Stich lasse, müsse der Mensch sicher sein, dass der Hund sich von nichts ablenken lasse und alles absuche.

Die Mitglieder der Hundestaffel betrieben die Einsätze zwar wie ein Hobby - „doch es geht immer um Menschenleben“, betont Sylvia Severin. Fehlerfreies Arbeiten sei deshalb umso wichtiger.

Von Rike Schockenhoff

Quelle: HNA

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