Zivilisationskost kann den Menschen krank machen – Zusatzstoffe meiden

Natur bietet gesundes Essen

Zurück zur Natur: Frisch gepflückte Äpfel aus dem Garten sind Teil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Foto: Mangold

Schwalm-Eder. Gesunde Ernährung ist die Basis der Gesundheit. Aber oft bestimmt der Zeitmangel den Speiseplan. Fastfood aus dem Drive-in, Döner und Pizza sind bequem und können unterwegs verzehrt werden. „Wir essen zu viele Sattmacher“, erklärte Gabriele Göbel, Ernährungswissenschaftlerin aus Borken.

Viele Menschen nähmen sich nicht genügend Zeit für das Essen und erkennen nicht, welche Lebensmittel gesund sind, weiß sie aus der Praxis. Dabei sei die Zivilisationskost, also die Kostform, die von den meisten Menschen in westlichen Industriestaaten gegessen wird, verantwortlich für eine Vielzahl von Erkrankungen. Industriell gefertigte Lebensmittel mit langen Zutatenlisten enthalten wenige oder keine Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und essentielle Fettsäuren. Dafür seien sie überfrachtet mit Zusätzen, die Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten auslösen können.

„Den Sinn für gesunde, natürliche Ernährung, hat der Mensch verloren.“

Gabriele Göbel, Ernährungexpertin

Die Vermeidung ernährungsbedingter Krankheiten ist mit der Umstellung auf naturbelassene Kost möglich. Der Sinn für gesunde, natürliche Ernährung sei dem Menschen verloren gegangen. Gegessen wird oft, was schmeckt und der Gewohnheit entspricht. „Die Wirkung kommt erst später“, weiß Göbel.

Gesunde Ernährung beginnt im Kopf. Als Faustregel empfiehlt die Expertin, natürliche Lebensmittel auszuwählen, die man noch als solche erkennen kann: frisches Obst und Gemüse. Von Nahrungsmittel in Form von Imitationen wie zum Beispiel bei Käse, Wurst und Schinken rät die Ernährungsexpertin unbedingt ab.

Künstliche Süßstoffe, Zucker und Produkte aus Weißmehl solle man ersetzen durch Honig, Apfeldicksaft oder Agavensirup, und durch Produkte aus Vollkornmehl, denn die Vitalstoffe sitzen in der Schale des Korns. Eier, Fleisch und Wurst sollten nicht mehr als zwei bis drei Mal wöchentlich gegessen werden.

Wichtig sei auch die richtige Zubereitung des Essens. Obst und Gemüse sollten als Rohkost, Gemüse auch gegart, in Wok oder Pfanne gebraten, aber nicht gekocht verzehrt werden. Das gilt auch für Kartoffeln. Schonender ist die Zubereitung im Dampfbad mit Hilfe eines Siebeinsatzes und wenig Wasser.

Gesunde Ernährung habe auch etwas mit der eigenen Wertschätzung zu tun, meinte die Ökotrophologin. ‚Wieviel bin ich mir wert? Wieviel Wert ist mir die Gesundheit? Wieviel bin ich bereit, dafür zu investieren?’, sollte sich jeder fragen. Gesunde Ernährung müsse nicht teuer sein. Saisonale und regionale Produkte sei völlig ausreichend sowie qualitativ meist besser und günstiger als weit gereiste Lebensmittel.

HINTERGRUND, ZUR PERSON

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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