Natur als Klassenzimmer: Ökologie als Unterrichtsfach 

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Unter Ziegen: (von links) Landwirt Frank Schmidt erklärt den Schülern Louis Henrich, Hendrik Wiese, Jannik Graf und Christian Pfeiffer, warum die Paarhufer für die Bewirtschaftung des Hohen Dörnbergs wichtig sind.

Zierenberg. „Das ist mal was anderes, man tut auch was für andere, wenn man zum Beispiel den Schulteich herrichtet“, antwortet Louis Henrich auf die Frage, wieso er sich in den Wahlpflichtkurs Ökologie von Stefan Ackerbauer eingeschrieben hat.

Der Lehrer unterrichtet in seinem Kurs Schüler der Jahrgangsstufen neun und zehn der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg. „Unterricht außerhalb des Klassenzimmers ist fester Bestandteil des Kurses. Der Dörnberg, die Warme und unser Schulteich bieten uns viele Möglichkeiten“, sagt Ackerbauer.

„Am Hohen Dörnberg kann man zahlreiche Themen behandeln, von archäologischen Funden über Bodentektonik bis hin zu Pflanzenkunde“, erklärt Lothar Nitsche. Der Zierenberger ist seit Jahrzehnten im Naturschutz aktiv und hat für die Nordhessische Gesellschaft für Naturkunde und Naturwissenschaften gearbeitet.

Gestern war Nitsche Gastdozent im Ökologie-Kurs. Auf dem Dörnberg zeigte er den Schülern die heimische Pflanzenwelt. „Die Wacholderdrossel frisst die Samen der Wacholderbüsche. Im Magen werden die dann stratifiziert, also zum Keimen angeregt. Dann scheidet er die Samen aus, während er auf dem Ast eines anderen Strauches sitzt. Daneben wächst dann der Wacholder und schützt den anderen Strauch mit seinen Dornen vor Verbiss“, doziert er.

Auch die Elsbeere, den Baum des Jahres 2011, gibt es auf dem Dörnberg. Den bringt Nitsche den Schülern ebenso näher wie weitere Pflanzenarten. Frank Schmidt hält seine Ziegenherde auf dem Dörnberg. „Die steilen und zerklüfteten Hänge kann man nur mit Ziegen bewirtschaften“, erklärt er den Jugendlichen. Kühe seien zu schwer und würden den lockeren Boden abtreten. Ziegen hätten außerdem den Vorteil, dass sie Sträucher bis zu einer Höhe von 1,80 Meter abfräßen.

„Welche Probleme gibt es eigentlich, wenn man hier oben Ziegen hält?“, will Schüler Christian Pfeiffer wissen. „Naja, wenn man zwei Hektar einzäunt, dann hat man zwangsläufig auch ein paar Wildschweine mit drin. Die reißen dann die Netze ein“, antwortet Schmidt. Das Einfangen sei aber kein Problem, er brauche nur zu pfeifen oder mit etwas Essbarem zu locken.

Quelle: HNA

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