Familien-Waldaktionstag des Forstamtes Jesberg: 400 Radler gingen auf die Strecke

Der Natur auf der Spur

Ran an die Säge: Moritz Ochs (links) und Leon Kaufmann versuchten ihr Glück beim Sägen und Schätzen, Sina Völker feuerte die Jungs am Tanzplatz in Schönstein ordentlich an. Fotos: Rose

Jesberg/Gilserberg. Auf das internationale Jahr der Wälder machten am Sonntag bundesweit viele Forstämter aufmerksam: Auch das Forstamt Jesberg beteiligte sich mit einem Familien-Wald-Aktionstag rund um Jesberg und Gilserberg. Dazu hatten die Forstleute eine etwa 25 Kilometer lange Strecke ausgeklügelt, die sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder richtete. Dabei galt es, die Natur vor der Haustür mit dem Rad zu entdecken.

Auf gut befahrbaren Wald -und Feldwegen erkundeten etwa 400 Teilnehmer die Region. An sechs Stationen warteten Förster, um über Zukunftsthemen wie den Erhalt der Artenvielfalt, die Folgen des Klimawandels und die Rolle der erneuerbaren Energien zu informieren.

Um Tiere, Pflanzen und Käfer ging es an der Infostation Naturschutz. Philipp Hellwig und Volker Gläser erklärten, dass etwa der seltene Eremit in 13 Bäumen nahe Jesberg nachgewiesen werden konnte. Der Eremit gehört zur Gattung der Mistkäfer und lebt in alten Bäumen: „Und zwar in jenem Teil, der verrottet“, erläuterte Gläser. Auch klärten die Fachmänner über Begriffe wie Schutzgebiete auf: „Dieses hier ist ein europäisches Schutzgebiet. Ein großer Unterschied zu nationalen Schutzgebieten ist, dass es für diese Gebiete keine Betretungsverbote gibt“, sagte Gläser. Erlebnisreich ging es auch an der Ruine Schönstein zu: An der Raststation Tanzplatz pausierte unter anderem die Familie Neuhaus aus Fritzlar-Geismar. Moritz Ochs und Leon Kaufmann ließen hingegen beim Sägen Muskeln und Köpfchen spielen. Sie mussten abschätzen, wie groß wohl ein 500 Gramm schweres Holzstück sein könnte.

Ausflug in die Welt der Sagen

In die Welt der Sagen entführte Forstwirt Dirk Schneider an der Burgruine. Als Dietrich von Schönstein verkleidet, reiste er zurück in die Zeit um 1100. „Damals diente diese Burg zur Überwachung wichtiger Handelsstraßen“, erklärte Schneider.

Nach der Stippvisite in vergangene Zeiten wurden die Radler an der Infostation „Klima“ ins Hier und Jetzt zurück geholt. Denn die Schäden zweier Stürme haben Spuren hinterlassen. Auf einer großen Windwurffläche half der Nachwuchs deshalb, junge Bäume zu pflanzen. Niklas Keler kritzele stolz seinen Namen auf einen Holzstab und versenkte ihn neben dem jungen Trieb. „Der Wald-Aktionstag ist toll“, sagte Mutter Julita Keler. „Schöne Aktionen und eine wunderbare Strecke durch die Natur – wenn es so etwas kommendes Jahr wieder gibt, sind wir dabei.“

Am Diebelsborn hielten die Radler ihre Eindrücke mit Hilfe von selbst gemachter Zeichenkohle auf Papier fest: Die Bilder sind ab heute in der Gemeindeverwaltung Gilserberg und im DRK Seniorenheim Jesberg zu sehen. (zsr)

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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