Körle: Linde gehört zum "grünen Eingangstor"

Naturschutzbund kritisiert geplante Baumfällung

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Das „grüne Eingangstor“ von Körle: Gottfried Maßmann und Renate Heitmann wünschen sich, dass es erhalten bleibt. Doch die Linde rechts im Bild soll gefällt werden.

Körle. Herbert Kördel will einen Baum fällen, der auf seinem Grundstück an der Nürnberger Straße in Körle steht. Das ist sein gutes Recht - doch das Vorhaben ruft den örtlichen Naturschutzbund auf den Plan.

Hintergrund ist, dass gegenüber dieser Linde, auf dem so genannten Lindenplatz, eine weitere Linde steht. Zusammen bilden diese Bäume das „grüne Eingangstor“ von Körle, sagt Renate Heitmann vom Nabu-Ortsverein. Dieses Eingangstor werde zerstört, wenn einer der Bäume verschwinde.

„Körle hat dann ein Wahrzeichen weniger“, sagt sie. Schließlich präge diese Linde den Ort seit mehr als 50 Jahren. Zwar soll anstelle der gefällten Linde ein neuer Baum gepflanzt werden. „Aber bis der so groß wird, dauert es ja auch wieder 50 Jahre“, fürchtet Nabu-Mitglied Gottfried Maßmann.

Herbert Kördel selbst sagte auf HNA-Anfrage, es gebe vielerlei gute Gründe, den Baum zu fällen. Ins Detail wollte er nicht gehen. Derzeit niste allerdings noch eine Elster in dem Baum. Um die Vögel zu schützen, wolle er mit dem Fällen noch warten, bis der Baum seine Blätter verliere, sagte Kördel.

Für die Nabu-Mitglieder ist das ein schwacher Trost. Auch Körles Bürgermeister Mario Gerhold bedauert, dass Herbert Kördel die Linde fällen möchte. „Aus Sicht der Gemeinde wäre es erstrebenswert, dass der Baum erhalten bleibt“, sagt er. Doch Kördel habe eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung eingeholt.

Diese war notwendig, weil der Baum auf einer denkmalgeschützten Hofanlage steht, sagte Thomas Horn von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises. „Der Eigentümer hat nachvollziehbar dargelegt, dass von dem Baum eine Gefährdung ausgeht“, erklärte Horn. Deshalb dürfe der Baum gefällt werden.

Denn ein Naturdenkmal, das unter besonderem Schutz steht, ist die Linde nachweislich nicht. „Deshalb gibt es keine Handhabe gegen die Fällung“, sagt Dr. Klaus Lambrecht von der Naturschutzbehörde des Landkreises.

Aus Sicht des Nabu werden in Körle zu häufig Bäume gefällt. Abhilfe schaffen könne eine Baumschutzsatzung, die es in Körle aber nicht gibt, sagt Nabu-Mitglied Gottfried Maßmann. Damit steht die Gemeinde allerdings nicht allein: Im gesamten Schwalm-Eder-Kreis gibt es nach Angaben der Naturschutzbehörde keine einzige Kommune mit einer solchen Baumschutzsatzung.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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