Bürgerbegehren geplant

Mit 400 Unterschriften gegen Netto-Markt in Dörnberg

Klare Argumente: (von links) Heidrun Hartmann, Waltraud Schöne, Andreas Heerdt und Bernd Hartmann hatte für die rund 80 gekommenen Gästen ein offenes Ohr. Foto: pju

Dörnberg. Für viel Wirbel sorgt zurzeit ein Lebensmitteldiscounter in Habichtswald. Das zeigte am Montagabend eine Infoveranstaltung in Dörnberg.

„Man habe jetzt die Chance, die alten Strukturen des Ortes, die schon seit Jahrzehnten funktionieren, zu erhalten“, sagte Andreas Heerdt (CDU) zu Beginn der Veranstaltung. Ziel sei, mithilfe von rund 400 Unterschriften den Netto-Bau mit einem Bürgerbegehren zu stoppen.

Die Rede ist von der Nahversorgung, die eine Ansiedlung eines Netto-Marktes in Dörnberg vorsieht - und Heerdts Meinung nach diese alten Strukturen gefährde. „Wir hatten das Gefühl, dass unsere Argumente nicht gehört wurden“, sagte Bernd Hartmann von der Initiative Bürger für Bürger. Daher entschlossen sich er und seine Frau Heidrun, eine Infoveranstaltung anzubieten. Kritische Stimmen seien bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung zu kurz gekommen.

Konkurrenz für Einzelhandel

Andreas Heerdt befürchte nicht nur eine Gefahr für den Dorfladen von Frank Rosenberg in Dörnberg, sondern auch für andere Einzelhändler wie Fleischer, Schreibwarenhändler und Bäcker. Die Bevölkerung in Habichtswald sei zurückgegangen. „Es entsteht nicht mehr Kaufkraft, wenn ein neuer Laden aufgemacht wird“, sagte Heerdt. Das Kaufkraftpotential sei begrenzt. Es entstehe nur eine Umverteilung zu Ungunsten der bestehenden Nahversorgung in Dörnberg.

„Es gibt Einwohner, die nicht mehr so mobil sind“, betonte Heerdt. „Daher brauchen wir einen Laden im Ort.“ Der Nettomarkt werde nicht so gut zu erreichen sein, da er am Ortsrand gebaut werden soll. Unterstützung erhielt Heerdt von einer ehemaligen Netto-Angestellten aus Göttingen. Waltraud Schöne berichtete von den desolaten Zuständen bei Netto und warnte davor, sich „einen Wolf im Schafspelz“ nach Dörnberg zu holen.

Aber auch andere Stimmen aus dem Publikum waren zu hören. So wurde angemerkt, dass das Angebot im Dorfladen begrenzt sei. Außerdem würde ein Netto-Markt Dörnberg attraktiver machen. Schließlich könne Ehlen mit Rewe und Penny punkten. Während Dörnberg lediglich einen kleinen Dorfladen habe. Ferner würden die nicht mehr so mobilen Einwohner auf den Dorfladen und seinen individuellen Service weiterhin angewiesen bleiben - unabhängig vom Netto-Markt.

Was die Infoveranstaltung bewegt hat, wird sich im März zeigen. Denn dann ist klar, ob genügend Unterschriften für das anstrebte Bürgerbegehren gesammelt wurden. Am Montag kamen die ersten 50 Unterschriften zusammen.

Befürworter des Netto-Marktes konnten nicht persönlich zu Wort kommen. Zeitgleich fand eine Sitzung des Finanzausschusses statt, so dass beispielsweise Bürgermeister Thomas Raue nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte. (pju)

Quelle: HNA

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