Parlament segnet Stellungnahmen ab - Gegner des Vorhabens wollen Bürgerbegehren

Netto-Markt in Dörnberg weiter umstritten

Angst um Nah & Frisch: Kritiker des neuen Netto-Marktes befürchten, dass das etablierte Geschäft in Dörnberg kaputt geht. Foto: Thon

Habichtswald. Die Nahversorgung spaltet die Habichtswalder. Es gibt Einwohner, die die Ansiedlung eines Netto-Marktes in Dörnberg begrüßen. Und es gibt Menschen, die einen vierten Lebensmittelmarkt in Habichtswald verhindern möchten.

Angehörige beider Lager besuchten am Montagabend die Gemeindevertretersitzung und sorgten für ein ungewöhnlich volles Haus in Ehlen. Zur Diskussion standen die knapp 30 Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und der Einwohner zum geplanten Netto-Markt in Dörnberg. Bei zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen segneten die Gemeindevertreter mehrheitlich die Kommentare des Planungsbüros für Stadtbauwesen in Edermünde ab. Die Antworten werden dem Bebauungsplan und dem Flächennutzungsplan angefügt und ab Freitag erneut ausgelegt. Vier Wochen lang haben die Einwohner dann Gelegenheit, nochmals Einwände zu erheben. Schwere Entscheidung Im Vorfeld der Abstimmung hatten Bürgermeister Thomas Raue und einzelne Gemeindevertreter ihre Argumente für und gegen Netto vorgetragen. Sie alle betonten, dass die Entscheidung keine leichte sei. Der Rathauschef warb für die Ansiedlung von Netto. Es gehe um die Perspektive. Der gute Weg, den Habichtswald eingeschlagen habe, müsse fortgesetzt werden. Die Zahl der Einwohner sei in den vergangenen Jahren zwar gesunken, doch die Infrastruktur in Habichtswald insgesamt sei gut. Allerdings befänden sich mehr Angebote in Ehlen als in Dörnberg. Konkret zur Nahversorgung in Dörnberg merkte Raue an, dass niemand wisse, ob der von Frank Rosenberg geführte Nah & Frisch-Markt in Dörnberg Bestand haben werde. Es gebe keine Zusage für die nächsten 15 Jahre. Natürlich bestehe auch die Möglichkeit, dass der Netto-Markt nach drei Jahren die Segel streicht. Allerdings sei der Standort vor den Toren Dörnbergs so exponiert, dass sich das Gebäude leicht wieder mit Leben füllen ließe. Raue kündigte zudem an, dass der Rewe-Markt in Ehlen im kommenden Jahr seine Verkaufsfläche vergrößern und einen neuen Getränkemarkt bauen werde. Arge Bedenken gegen die Ansiedlung von Netto führte Andreas Heerdt (CDU) ins Feld. Er warf die Frage auf, wo für einen weiteren Markt in Habichtswald die zusätzliche Kaufkraft herkommen solle. Der Discounter werde im Gegensatz zu Frank Rosenberg in Habichtswald keine Gewerbesteuern zahlen. Heerdt fürchtet, dass der Lebensmittelhändler in Dörnberg gegen die Konkurrenz keine Chance haben werde. Bernd Hartmann, der die Notwendigkeit eines weiteren Marktes für Dörnberg bestreitet, kündigte an, ein Bürgerbegehren in Gang setzen zu wollen. Damit soll der Beschluss der Gemeindevertretung zurückgenommen werden. Das Parlament muss über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden. Ziel des Begehrens ist ein Bürgerentscheid.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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