Naturschützer suchen Helfer für das Einsammeln von Amphibien im Knüll

Netz schützt die Kröten

Netz schützt Kröten vor dem Tod: Initiatoren Gabriele und Bernd Waldmann mit Helfern von der Bundeswehr: Bernhard Munk, Christian Croonenbroeck, Theresa Pfister, Georg Nolte, Martin Schmidt und David Mertens. Foto: Thiery

Schwarzenborn. Die ersten frühlingshaften Temperaturen locken die Erdkröten im Knüll wieder aus ihrem Winterquartier heraus. Sie krabbeln aus den Erdlöchern und suchen an Tümpeln und Teichen einen Platz zum Laichen.

Dabei überqueren sie die Straßen und werden oft in großer Zahl von den Autos überfahren. So auch im Knüll bei Grebenhagen und am Knüllteich. Gabriele und Bernd Waldmann bauen dort zum zweiten Mal Krötenzäune zum Schutz der Tiere, sammeln sie nun zwei Monate täglich ein und hoffen auf Helfer für ihre private Initiative.

Vor zwei Jahren bemerkte Gabriele Waldmann auf der Heimfahrt, dass die Tiere auf der Straße überfahren werden. Der Anblick schmerzte die Grebenhagenerin so sehr, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann Bernd die Initiative ergriff und einen Krötenzaun am Ortsausgang zwischen Grebenhagen und Schwarzenborn errichtete.

Jeden Tag unterwegs

Ein Jahr betrieb das Paar die Organisation in eigener Verantwortung. Nun wünschen sie sich Helfer für die tägliche Arbeit am Zaun. „Wir sammeln die Tiere jeden Tag“, sagte die 52-Jährige. Erste Hilfe bekam sie dieses Jahr beim Aufbau der Zäune: In Grebenhagen halfen Mitglieder der Selbständig Freien Kirchengemeinde und beim Anbringen des 250 Meter langen Netzes am Knüllteich in der Nähe der Bundeswehr arbeiteten Soldaten mit. „Nun suchen wir noch Helfer für die tägliche Arbeit“, sagte die Grebenhagenerin.

Die Kröten laufen am Zaun entlang und fallen dann in die eingegrabenen Eimer, von wo man sie nur noch auflesen und auf der anderen Straßenseite aussetzen müsse. Die Tiere seien weder kalt noch glitschig. „Die Haut fühlt sich trocken an, und es ist putzig an zu schauen, wie die Kröten die Wärme in der Hand genießen“, schwärmt sie.

Die Arbeit sei für zwei Menschen allein aber sehr viel, zumal es zwei Zäune gebe. Die beste Zeit fürs Aufsammeln der Tiere sei früh morgens ab 7 Uhr und abends gegen 22 Uhr.

„Es würde uns schon helfen, wenn sich Menschen melden, die nur ab und zu Zeit haben oder in Notsituationen einspringen können“, sagte sie. Die Zäune sollen bis spätestens Ende April stehen bleiben. Dann ist die Krötenwanderung wieder vorbei.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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