Im Schwalmgymnasium wird es erst nach 65 Minuten klingeln

Neu: Schulstunde dauert künftig länger

Frank Siesenop

Schwalmstadt. Seit Menschengedenken klingelt die Schulglocke nach 45 Minuten. Völliges Neuland betreten die Schüler und Lehrer des Schwalmgymnasiums in Treysa. Zeitgleich mit der Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit stellt die Schwälmer Schule ihren Zeittakt um. 65 Minuten dauert dort ab September eine Schulstunde.

In Hessen gibt es bislang keine Handvoll Gymnasien, die einen Kompromiss zwischen der vor über 100 Jahren eingeführten Kurzstunde (45 Minuten) und der mittlerweile häufigen Doppelstunde (90 Minuten) gesucht und gefunden haben. Lediglich in Südhessen gibt es nach Informationen von Frank Siesenop (43) wenige Schulen, die schon umgestellt haben. In anderen Bundesländern sei eine Stundenlänge zwischen 60 und 70 Minuten bereits üblicher.

Für Siesenop, der Informatik, Mathematik und Physik unterrichtet, ist die Neuerung nur konsequent. „Beim Wechsel zur verkürzten Gymnasialzeit vor einigen Jahren wurde viel verdorben, weil es nicht durchdacht war“, sagt der Pädagoge. Bis zu acht verschiedene Fächer prasselten täglich auf die Schüler ein, im Kielwasser kamen die entsprechend überbordenden Hausaufgaben hinterher. So schnell wie möglich sei die Anzahl der Fächer pro Tag durch den Wechsel zu Doppelstunden reduziert worden, um einen ruhigeren Rhythmus zu erreichen.

„Heute will die 45-Minuten-Stunde keiner mehr“, sagt Siesenop, doch der 90-Minuten-Takt sei aus verschiedenen Gründen auch nicht optimal. Im Zusammenhang mit dem Neustart zur alten Gymnasialzeit bis zur Jahrgangsstufe 13 habe es sich angeboten, die guten Erfahrungen aus der Zeit davor umzumünzen.

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Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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