Dr. Martin Sander-Gaiser ist der neue Leiter der Hephata-Akademie

Der neue Chef ist ein Biker

Neu im Job: Dr. Martin Sander-Gaiser ist der neue Leiter der Akademie für soziale Berufe. Foto: nh

Schwalmstadt. Dr. Martin Sander-Gaiser ist bereit für kommende Aufgaben: Wenn der 53-Jährige im Büro angekommen ist, nimmt er Block und Stift in die Hand. Sie begleiten ihn derzeit den ganzen Arbeitstag. Fällt ihm etwas auf oder ein, schreibt er es auf. „Wahrnehmen – Lernen – Wertschätzen, das ist mein Motto für die ersten Tage“. Lernen und Ausdauer, zwei Themen, die in seinem Leben eine zentrale Rolle spielen. Sander Gaiser ist der neue Leiter der Hephata-Akademie.

Kurz hatte er überlegt, auch mit dem Fahrrad von seinem Wohnort Habichtswald-Ehlen an seine neue Arbeitsstätte zu fahren. Rund 60 Kilometer Landstraße sind das. „Das war mir dann aber doch zu viel.“ Stattdessen kommt der neue Leiter der Hephata-Akademie für soziale Berufe mit dem Motorrad oder Zug.

Sander-Gaiser studierte zunächst Evangelische Theologie an der Hochschule in Bethel und den Universitäten Heidelberg und Tübingen. Dann ging er in die Niederlande. Vor allem eine Begegnung veränderte dort sein Leben, die Begegnung mit Prof. Y. Ashkenasy. Der Dozent der Universität Utrecht hatte während des Nationalsozialismus das KZ Auschwitz überlebt. Sander-Gaiser studierte zwei Jahre bei ihm. In den Niederlanden arbeitete er später als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Amsterdam. Er promovierte über „Lernen als Spiel bei Martin Luther“. 1996 bis 2001 ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität Leipzig. 2002 habilitierte Sander-Gaiser dort zu: „Lernen mit vernetzten Computern in religionspädagogischer Perspektive.“ 2002 bis 2004 war er Koordinator der gemeinsamen Lehrevaluation im Universitätsverbund Halle-Jena-Leipzig, seit 2004 Studienleiter am Pädagogisch Theologischen Institut der Kirche von Kurhessen-Waldeck (PTI), seit 2008 auch Privatdozent an der Universität Göttingen für Religionswissenschaft und Religionspädagogik.

Dann kam die Anfrage aus Hephata. Was er sah, gefiel ihm. Seine Vorstellung von Leitung lasse sich dabei in zwei Punkten summieren: „Eine wertschätzende Beziehungskultur auf allen Ebenen.“ Und: „An der eigenen Spiritualität zu arbeiten und diese zu leben.“ Hinzu kämen Kooperationen mit externen Partnern, Vertrauen zu den Kollegen, Schülern und Studenten. Auch des- wegen wolle er in Kontakt kommen, selbst unterrichten. „Aber erstmal nur punktuell. Momentan ist das, was ich mache: „Lernen, lernen, lernen!“

Quelle: HNA

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