Angeklagter schwieg zu den Vorwürfen

Neue Details zum Angeklagten im Fritzlarer Diebstahlprozess um Geld und Gold

Fritzlar-Homberg. Der Diebstahlprozess um große Mengen Gold und Bargeld, die im Februar 2012 aus einem Wohnhaus im Kreisteil Fritzlar-Homberg gestohlen worden waren, wurde am Dienstag im Fritzlarer Amtsgericht fortgesetzt.

Was bisher geschah: 430.000 Euro in bar und fünf bis sechs Kilo Gold waren aus einem Tresor im Keller eines Wohnhauses gestohlen worden. Der 64-jährige Geschädigte, seine Nichte, sein Neffe sowie dessen Frau waren die einzigen, die von dem Tresor wussten. Eine DNA-Spur hatte die Ermittler auf die Spur eines 37-Jährigen aus Bosnien-Herzegowina geführt. Im September 2015 konnte er in Montenegro festgenommen werden. Die entscheidende Frage: Wer gab ihm den Hinweis, dass in dem Haus etwas zu holen ist? Vorneweg: Diese Frage konnte auch am zweiten Verhandlungstag nicht beantwortet werden.

Stattdessen beschäftigten Richterin Corinna Eichler, Staatsanwältin Angela Kleine-Kraneburg und Verteidiger Markus Sittig vor allem die verschiedenen Namen des Angeklagten, ein Informant und eine „äußerst komplexe Mischspur“.

Für Verwirrung sorgte zunächst, dass der Angeklagte unter mehreren Namen bekannt ist. Vor einigen Jahren hatte er den Nachnamen seiner Frau angenommen, da er unter dem eigenen in den Niederlanden gesucht worden sein soll. Ein Informant der Polizei hatte den Angeklagten darüber hinaus bei einer Bildbefragung erkannt und noch dessen in einschlägigen Kreisen bekannten Spitznamen geliefert: „Der Cura“, gesprochen „Tschurer“.

Der erste Zeuge, ein 42-jähriger Kriminalbeamter, ist sich sicher: „Es muss einen Insider gegeben haben“, der dem Tschurer den Tipp für das Haus gab. Diesen zu finden, sei jedoch schwierig. Es gebe in der Realität selten den einen großen Drahtzieher. Organisierte Kriminalität entstünde aus sozialer Vernetzung, wie etwa in der Geschäftswelt. Es kämen viele Personen als Hinweisgeber in Frage.

Keine Zweifel hatten zwei Sachverständige daran, dass der Angeklagte das Brecheisen, mit dem der Tresor aufgehebelt worden war, in der Hand hatte. Die Wahrscheinlichkeit laut DNA-Analyse: 180,5 Billarden zu Eins. Eine „äußerst komplexe Mischspur“ lege aber nahe, dass noch drei bis vier weitere Personen das Brecheisen in der Hand gehabt hatten. Wer lasse sich jedoch nicht sagen.

Der Tschurer selbst, wieder im grauen Jogginganzug, schwieg auch am Dienstag zu den Vorwürfen. Lediglich als es um seine familiären Verhältnisse ging, gewährte erkurz Einblick in sein Leben: In Bosnien habe er nach der Schule als Melker gearbeitet. Seine Frau sei bei der Post. Er habe einen zwei Jahre alten Sohn. Mehr sagte er nicht.

Am nächsten Dienstag wird das Urteil über den Tschurer gesprochen. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr.

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Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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