Neue Flüchtlingsunterkunft in Treysa kaum belegt

Nur 4 von 90 Plätzen belegt: In der neuen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Arbeitsamt in Treysa ist noch viel Platz. Das Foto vom Umbau im Mai zeigt Heidrun Hartwig vom Landkreis mit DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau, Betreiber der Unterkunft.Foto: Dittrich

Schwalmstadt. Der Umbau ist abgeschlossen, die Räume eingerichtet, aber in der neuen Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Arbeitsamt in Treysa leben derzeit nur drei Frauen und ein Kind.

Die Gemeinschaftsunterkunft an der Marienburger Straße ist ein Pilotprojekt im Schwalm-Eder-Kreis. Das Gebäude bietet auf zwei Etagen Platz für 90 Bewohner. Ausschließlich Frauen, die alleine oder nur mit ihren Kindern in die Region kamen, sollen dort einziehen. Durch die Trennung von den männlichen Flüchtlingen soll die Integration der alleinstehenden Frauen und Kinder besser gelingen.

Als die Unterkunft vorigen Monat eingerichtet wurde, hatte der Kreis 111 Flüchtlinge ausgemacht, die für die neue Einrichtung in Frage kommen. Bereits untergebrachte Frauen sollen aber nicht zum Umzug gezwungen werden, erklärt Michael Schneider, Büroleiter der Kreisverwaltung auf Anfrage: „Die müssen das wollen.“

Überhaupt leben derzeit weniger Flüchtlinge in der Region: „Der Druck ist aktuell nicht groß“, sagt Schneider - vor allem weil wöchentlich weniger Flüchtlinge in der Region ankommen (siehe Hintergrund).

„Zuletzt kam niemand für die Unterkunft in Treysa in Frage“, erklärt Heidrun Hartwig, deren Abteilung im Kreis für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig ist. Für Frauen in den bestehenden Unterkünften sei es schwierig, sich von den Männern zu lösen. „Das müssen sie für sich erstmal kennenlernen“, meint Hartwig.

Sie zeigte sich dennoch zuversichtlich. Es würde immer dauern, bis sich neue Unterkünfte etablierten. Die Helfer in den Unterkünften würden derzeit gezielt Frauen ansprechen, die umziehen könnten. Neuankömmlinge könnten direkt nach Treysa geschickt werden. „Das Angebot muss sich auch in den Netzwerken der Flüchtlinge erst rumsprechen.“

Flüchtlingszahlen bleiben stabil 

Im Kreis leben laut Büroleiter der Kreisverwaltung Michael Schneider rund 2600 Flüchtlinge (Stand: 1. Juni). 870 davon, also ein Drittel, leben in Gemeinschaftsunterkünften, die übrigen rund 1700 leben in Wohnungen. Ende Februar waren es noch 2700 Flüchtlinge. Pro Woche kamen damals noch 90 Flüchtlinge in die Region, derzeit sind es nur noch 35. Die Erstaufnahme im Kreis befindet sich in Spangenberg, weitere Unterkünfte gibt es in Homberg, Melsungen, Treysa, Borken, Neukirchen, Gilserberg, Schwarzenborn, Niedenstein und Wernswig. Die Räume in der Gemeinschaftsunterkunft in Michelsberg werden derzeit zu Wohnungen umgebaut.

Von Benedikt Dittrich

Quelle: HNA

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