Studie: In Schwarzenborn droht in 20 Jahren Leerstand

Schwalm-Eder. Wer in Schwarzenborn ein Haus kaufen will, wird dort in Zukunft möglicherweise sehr einsam sein. Nach einem Bericht des Amts für Bodenmanagement (AfB) wird dort in 20 Jahren die Hälfte der Wohnungen leerstehen.

Zum ersten Mal hat das AfB in seinem jährlichen Immobilienmarktbericht für den Schwalm-Eder-Kreis nicht nur die reinen Kaufs- und Verkaufszahlen veröffentlicht, sondern auch Informationen aus der Bevölkerungsentwicklung einfließen lassen. Dazu zählen der Anteil alter und junger Menschen in einer Gemeinde, die Anzahl der Arbeitsplätze im Ort und die Entwicklung der Einwohnerzahlen seit 1975. Aus diesen Informationen kann abgelesen werden, wo eine positive und wo eine negative Entwicklung zu erwarten ist.

So prognostiziert der Bericht, dass die Einwohnerzahl in Knüllwald, statistisch gesehen, innerhalb von 31 Jahren um die Hälfte sinken wird. Fritzlar mit 118 Jahren, Guxhagen (116) und Schrecksbach (102) gelten dagegen als langlebige Orte.

Um den Einfluss der Demographie auf Immobilienwerte zu berechnen, hat das AfB eine eigene Formel entwickelt. Danach wurden alle untersuchten Kommunen jeweils nach vorhergesagter Lebensdauer eingestuft. Über 110 Jahre ist Stufe 1, unter 30 Jahre Stufe 5. Jede Stufe hat einen Wert, der mit dem Marktwert der Immobilie multipliziert wird. Je höher die Stufe, desto höher der Wert. Während Immobilien in Fritzlar sich in Stufe 1 befinden und durch dieses Rechnung im Preis noch einmal steigen, würden Wohnungen in Schwarzenborn günstiger und so für Käufer vielleicht interessanter werden.

Die Erkenntnis, dass Demographie direkte Auswirkungen auf den Immobilienmarkt habe, sei sehr wichtig, sagt Roland Peter, Abteilungsleiter Geoinformation: „Vor allem Makler und Banken, aber auch andere Menschen werden davon profitieren. “

HINTERGRUND:

Nach einem Bericht des Amts für Bodenmanagement könnten viele Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis 50 Prozent ihrer Einwohner verlieren, wenn die Entwicklung so weiter geht. Untersucht wurde in der statistischen Prognose die Auswirkung der Bevölkerungsentwicklung auf den Immobilienmarkt. Lediglich für Gudensberg wird ein Zuwachs erwartet. Ein 50 prozentiger Verlust wird erwartet für:

Die Langlebigen:

Edermünde in 257 Jahren

Fritzlar - 118 Jahre

Guxhagen - 116 Jahre

Schrecksbach - 102 Jahre

Die Kurzlebigen:

Jesberg - 33 Jahre

Oberaula - 32 Jahre

Knüllwald - 32 Jahre

Schwarzenborn - 20 Jahre

Von Benjamin Kling

Quelle: HNA

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