Verband erwartet drastisch höhere Gebühren für Diskotheken

Neue Gema-Tarife stoßen auf Kritik im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Ab 2013 will die Verwertungsgesellschaft Gema die Organisatoren von Veranstaltungen mit Musik mit anderen Vorgaben zur Kasse bitten. Statt elf Tarifen soll es nur noch zwei geben. Maßgeblich für die Berechnung sind die Größe der Veranstaltungsfläche und die Höhe des Eintritts.

Kritik dazu kommt aus dem Gastgewerbe. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer gibt es im Schwalm-Eder-Kreis 259 Bars, Kneipen und Discotheken. Mit dem neuen Tarifwerk sollen Diskotheken laut Gema-Sprecher Falco Walther ihre eigenen Pauschal-Tarife verlieren. Die seien bislang unverhältnismäßig niedrig gewesen. Anna Homm vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Nord- und Osthessen hält dagegen: Diskotheken, Clubs und Gaststätten hätten bis zu 600 Prozent höhere Gebühren zu erwarten.

560 Prozent sollen es beispielsweise für die Discothek Hazienda in Schwalmstadt sein, eine der größten im Kreis. Pro Jahr würden damit laut Hazienda 95 000 Euro fällig. Sollte es tatsächlich dazu kommen, „mache ich am 31. Dezember zu“, sagt Geschäftsführer Ömer Eray. Doch noch steht nichts fest: Gema und Dehoga befinden sich in der Sache in einem Schlichtungsverfahren.

Teurer wird es nicht generell. Bis 700 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und bis zu acht Euro Eintritt fällt laut Gema künftig sogar weniger Gebühr an. Damit wird sich für die Kirmes-Veranstalter in der Region kaum etwas ändern. Gebühren für Stadtfeste und Vereinskonzerte werden je nach Ausmaß künftig günstiger oder teurer.

Bezogen auf Veranstaltungen gemeinnütziger Vereine hat der Hessische Musikverband am Gema-Tarifwerk wenig auszusetzen. Nur: Ständchen sollten aus der Gebührentabelle gestrichen werden, erklärte Vizepräsident Dr. Karsten Heyner (Gudensberg-Dorla). (lgr) Hintergrund Zum Tage, Seite 2

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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