Mit einem Dorffest feiern die Einwohner von Welcherod das 90-jähriges Bestehen

Neue Heimat für Bergarbeiter

Schöne Lage: Vom Dorf Welcherod aus gibt es weite Sicht über das Umland. Archivfoto: Quehl

Welcherod. Die Vereinsgemeinschaft und der Ortsbeirat Welcherod laden ein: Mit einem großen Dorffest feiert am Wochenende Welcherod sein 90-jähriges Bestehen. Erinnert wird mit Musik und Tanz an die Entstehung und Geschichte des Frielendorfer Ortsteiles.

Der Bau der Siedlung Welcherod war notwendig geworden, um den Bergleuten, die auf der nahen Zeche in Frielendorf Arbeit gefunden hatten, eine neue Heimat zu geben. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Ersten Weltkrieg war auch der Kohleabsatz der Zeche Frielendorf gestiegen. Es wurden mehr Arbeitskräfte gebraucht und eingestellt.

Die Gemeinden beschlossen zunächst, die wohnungssuchenden Arbeiter am Rande der Orte in Neubauten unterzubringen. Auf diese Weise entstand in Frielendorf das Zehnfamilienhaus an der Straße nach Homberg. Damit die Bergarbeiter siedeln konnten, fiel die Wahl für ein entsprechendes Gelände auf das von der Gemeinde Verna bezeichnete Waldstück des Interessentenwaldes „Das Welscheroth“. Auf der Basis des vom Reichtag beschlossenen Bergarbeitersiedlungsgesetz wurde nun der Boden enteignet und die Privateigentümer entschädigt.

Die Waldinteressenten von Verna waren jedoch mit einer Enteignung nicht einverstanden, konnten aber nach längerem Streit trotzdem dagegen nichts ausrichten. Ein Vernaer Bauer bezeichnete Welcherod deshalb als „Spitzbubenhausen“.

Die Bergarbeitersiedlung am Sendberg wurde der Gemeinde Verna nicht als Ortsteil, sondern als „Wohnplatz“ zugeordnet. Diese Bezeichnung hatte Bestand bis 1974, als Welcherod nach der kommunalen Gebietsreform ein Ortsteil der Gemeinde Frielendorf wurde.

Mittlerweile ist Welcherod mit seinen 515 Einwohnern ein stattliches Dörfchen geworden. „Die wunderschöne Lage des Dorfes direkt am Sendberg und der schöne Ausblick machte Welcherod zu einem beliebten Baugebiet“, meint Ortsvorsteherin Susanne Möller, viele junge Familien hätten in den vergangenen 15 Jahren hier ihre Heimat gefunden. (jkö) HINTERGRUND

Quelle: HNA

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