Jugendtreff beschäftigt erstmals Studenten im Berufspraktischen Semester

Der Neue hilft beim Lesen

Spannend: Von links Kanisha, Pasquale, Robin Prang, Kanila, Kevin und Evin, Louisa und Fabian sind total vertieft in die Geschichte von dem Werwolf Nat. Evin (Dritte von rechts) findet allerdings gar nicht gut, dass Lucas Scale, Nats Erzfeind, auf Rache sinnt. Foto: privat

Melsungen. Der Verein Melsunger Jugendtreff beschäftigt erstmals einen Praktikanten im Berufspraktischen Semester (BPS). Der 22-jährige Robin Prang arbeitet dort als pädagogischer Mitarbeiter und hat die Lesegruppe übernommen.

Wohlige Wärme kommt den Besuchern des Leseraumes entgegen, wenn sie die Holztür in der oberen Etage des Melsunger Jugendtreffs öffnen. Es ist ungewohnt still. Von der Wand herab blickt in königlicher Haltung ein Löwe auf einem Foto auf eine Sitzgruppe herab. „Lesen macht löwenstark“ – das ist das Motto der Lesegruppe in der Haspel.

Ohne Leistungsdruck

Es ist Dienstagnachmittag, 15 Uhr. Die Lese-Arbeitsgemeinschaft (AG) ist in Aktion. Und mittendrin sitzt mit seinem Markenzeichen, einer schwarzen Mütze auf dem Kopf, der neue Mitarbeiter Robin Prang. Seit dem 1. Oktober ist er mit 32 Wochenstunden im Melsunger Jugendtreff als pädagogischer Mitarbeiter für die nächsten sechs Monate beschäftigt.

Der 22-Jährige hat dort die Lesegruppe übernommen. Kanisha, Kanila, Mehmet, Evin und die anderen Kinder lauschen einer spannenden Passage aus dem Buch „Wolfenblut“ von Di Toft über den Werwolf Nat und seinen Erzfeind Lucas Scale.

Im Wechsel lesen die Kinder und der Sozialpädagoge, und manchmal ist es so spannend, dass Kanila ihre Finger ganz fest zusammenkrallt, bis die weißen Fingerknöchel zu sehen sind. Natürlich wird diese Geschichte gut ausgehen, und nach gut einer Stunde werden alle Kinder samt Robin Prang wieder in die Realität zurückkehren.

„Wir haben den Raum gemütlicher gestaltet mit einem neuen großen Poster, bequemen Sesseln und vielen kuschelig-warmen Lese-Lämpchen“, sagt Prang. Das Lesen solle für die Kinder positiv besetzt sein und nicht mit Leistungsdruck in Verbindung gebracht werden.

Bis zu sieben Kinder

Mit aktuellen Zeitschriften, Büchern und dem Besuch in den Melsunger Büchereien wolle er auch Kinder ans Lesen heranführen, die bislang aus vielerlei Gründen eher Scheu vorm Lesen hatten.

Derzeit sind es immer zwischen drei und sieben Kinder, die dienstags ins Reich des Lesens schauen. Weitere Interessierte seien aber jederzeit willkommen. (gör)

Quelle: HNA

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