Zierenberg, Habichtswald und Naumburg splitten Gebühren

Neue Kanalgebühr bald in drei Kommunen

Wolfhager Land. Wo es sie noch nicht gibt, wird sie bald eingeführt, die gesplittete Abwassergebühr. In Zierenberg, Naumburg und Habichtswald arbeitet man derzeit unter Hochdruck an der Umstellung, die 2014 greifen soll. Dann ist nicht mehr allein das entnommene Frischwasser maßgeblich für die Kanalgebühr. Zu Buche schlägt dann auch die Regenwassermenge, die ins öffentliche Netz und damit in die Kläranlagen gelangt.

Die gute Nachricht: Die meisten Grundstückseigentümer zahlen nach der Umstellung nicht mehr. „Bewohner von Mehrfamilienhäusern sogar weniger“, erklärt Klaus Wenzel, Leiter Umweltmanagement im Wolfhager Rathaus. Hier wurde die gesplittete Abwassergebühr bereits zum 1. Januar dieses Jahres eingeführt. Wer allerdings große Dach- und versiegelte Flächen hat, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Viel teurer kommt die gesplittete Abwassergebühr zum Beispiel Landwirten oder Supermarkt-Betreibern. Dort wird zum Teil wenig Wasser verbraucht, aber von Dächern und Parkplätzen gelangen große Wassermengen ins Netz.

Laut Tobias Schilly vom Hessischen Städte- und Gemeindebund führe am Abwassersplitting kein Weg vorbei, da eine eindeutige Rechtsprechung umzusetzen sei. Die dringt auf mehr Gerechtigkeit im Gebührensystem. Schilly: „Viele der 400 kreisangehörigen Kommunen in Hessen sind derzeit mit der Kalkulation beschäftigt.“

Zierenberg, Habichtswald und Naumburg etwa. Um Kosten zu sparen haben die drei gemeinsam ein spezialisiertes Unternehmen beauftragt, Luftaufnahmen zu erstellen, die als Grundlage für den Versiegelungsgrad der Flächen dienen. „Derzeit werden die Daten erfasst“, so Naumburgs Bürgermeister Stefan Hable.

In Breuna ist man der Zeit weit voraus. „Wir splitten schon seit vielen Jahren“, so Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann.

In Bad Emstal gilt die Regelung schon seit 1. Januar 2010. HINTERGRUND/ZUM TAGE

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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