Ingo Fulda wird Pfarrer in Ziegenhain: Einführung am Sonntag in der Schlosskirche

Das Neue liegt ganz nah

Pfarrer vor der Schlosskirche: Ingo Fulda freut sich auf die Herausforderungen, die ihn in Ziegenhain erwarten. Foto: Rose

Wasenberg/Ziegenhain. Pfarrer Ingo Fulda liebt die Schwalm. Und die Schwalm liebt ihn. Mit großem Bedauern haben die Wasenberger die Nachricht aufgenommen, dass ihr Pfarrer - der 13 Jahre lang Freud und Leid mit der Gemeinde teilte - eine neue Stelle in Ziegenhain übernimmt. Ab der kommenden Woche wird Fulda die geistlichen Geschicke in der Festungsstadt mitlenken. Sein Vorgänger Pfarrer Reschke ging in Ruhestand.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt der gebürtige Leimsfelder, für den die Stelle in Wasenberg die erste nach dem Vikariat war. Bewusst hatte sich die Familie vor 13 Jahren für Wasenberg entschieden. „Unser erstes Kind war gerade zwei Jahre alt und wir wollten gern die Großeltern in der Nähe haben“, erzählt Fulda. Heute sind die Fuldas zu fünft. „Als ich von meinen Plänen eines Stellenwechsels erzählte, ging ein Aufschrei durch die Familie. Die Kinder wollten auf keinen Fall ihre Schulen und Freunde verlassen“, berichtet der 46-Jährige. Die Entscheidung für Ziegenhain traf der Familienrat dann einstimmig.

Fulda hat in Wasenberg viel bewegt: „Was nur dank der engagierten Gemeindeglieder und dem Kirchenvorstand möglich war“, betont er. Das Band zwischen Pfarrer und Gemeinde habe sich durch großes gegenseitiges Vertrauen geknüpft. Gute Traditionen hat Fulda von seinem Vorgänger Lutz Richter übernommen – etwa das Adventssingen der Konfirmanden für Senioren.

Gottesdienste für Junge

Auch Neues zog in die Kirche, die Fulda liebevoll Schwälmer Dom nennt, ein: Krabbelgottesdienste, das Kirchencafé sowie regelmäßige Abendgottesdienste und der Gemeindebrief. Als Baustelle hinterlässt der Pfarrer den Jugendbezirk. „Da gab es bislang keine gemeinsamen Perspektiven mit der Kommune“, sagt er.

Als Kindergottesdienstbeauftragter organisierte Ingo Fulda Fahrten und Fortbildungen. Neue Pfade entdeckte er als geistlicher Reisebegleiter bei Gemeindefahrten in die Umgebung, nach Dresden und Taizé. Gemeinsam feierte er mit den Wasenbergern die Osternacht und im vergangenen Sommer einen Gottesdienst im Neubaugebiet unter freiem Himmel. „Die Dialogpredigt über Fußball, die Übertragung des WM-Spiels und der Dämmerschoppen kamen super an.“

In Ziegenhain freut sich Fulda auf die Zusammenarbeit mit Dekan Christian Wachter, den er schon aus der Vikariatszeit in Hofgeismar kennt. „In einer Klein-stadt gibt es andere Strukturen – und das reizt mich“, sagt er. Ihn erwarte unter anderem eine feste Jugendarbeit, aber auch die Neuorganisation des des Kindergottesdienstes. „Denkbar wäre, zeitgleich zum Gottesdienst ein Treff für Kinder in der angrenzenden Festungsschule anzubieten“, überlegt der Pfarrer.

Zu vielen Wasenbergern wird er weiterhin Kontakt halten: „Es war immer ein tolles Miteinander.“ Ende Februar wird bekannt, wer sein Nachfolger wird. In den kommenden Wochen ist die Familie mit dem Umzug beschäftigt. „In einem Haus sammelt sich viel an“, erklärt er. „Aber ein neuer Anfang gibt einem die Möglichkeit, mal auszumisten.“

• Einführungsgottesdienst Sonntag, 14 Uhr, Schlosskirche

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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