Neue Maschine bringt Gülle direkt unter die Erde - Premiere im Landkreis

Nachschub: Tankwagen befördern die Gülle zum Feld und betanken die monströse Maschine.

Breuna. Erstmals kommt in Breuna eine High-Tech-Maschine zum Einsatz, die Gülle nicht wie bisher üblich auf dem Feld verteilt und damit für üblen Gestank sorgt, sondern die Brühe flugs in der Erde verbuddelt.

Das soll nicht nur den Geruchssinn schonen, sondern auch die Umwelt, sagt Heinrich Huhn, landwirtschaftlicher Lohnunternehmer aus Lichtenfels. Erstmals werde das Gerät damit im Landkreis Kassel eingesetzt.

„Durch den Zubringerdienst der Tankwagen werden Straßen und Zufahrtswege nicht mehr verschmutzt.“

Gülle-Injektion fürs Erdreich: Die Maschine von Heinrich Huhn (links) macht die Düngung der Felder zu einer sauberen Sache. Messer schlitzen den Boden auf. Über Schläuche wird die Gülle eingebracht. Grubber erledigen den Rest. Fotos: Ricken

Dünger könnten durch die neue Technik im Boden besser wirken und man brauche soweniger. Einer der wichtigsten Gründe für den Einsatz der neuen Maschine ist jedoch die novellierte Düngeverordnung in der Landwirtschaft, die seit Jahresanfang gilt. „Danach muss die Gülle auf Ackerflächen innerhalb von vier Stunden eingearbeitet werden“, erklärt Heinrich Huhn. Ein Vorgang, der vom Landwirt mit seinen konventionellen Geräten kaum zu bewältigen ist. Huhn und seine Mitarbeiter sind in diesen Tagen rund um Breuna mit der monströsen Maschine im Auftrag der Biogasunternehmer aus Wettesingen unterwegs.

Da wo bereits die grünen Halme des Wintergetreides auf dem Feld stehen, schlitzen die Messer der Maschine 20 bis 40 Millimeter tief den Boden auf. Gleichzeitig wird das Gärsubstrat aus der Biogasanlage über mehrere Schläuche in die Erde geleitet. Damit der Boden geschont wird, bewegt sich die Maschine im sogenannten Hundegang, das heißt leicht schräg, übers Feld.

Sie hinterlässt aufgelockerte, trockene Erde. Ebenso auf den abgeernteten Maisfeldern. Hier wird der Boden nach Einleitung der Gülle noch mit einem Grubber bearbeitet.

Überwachung per GPS

Kurzclip:

Während die knallrote Maschine ihre Bahnen auf dem Feld zieht, fahren Tankwagen die Gülle an. Mit einem Rohr wird die Flüssigkeit umgepumpt. „Durch den Zubringerdienst der Tankwagen werden Straßen und Zufahrtswege nicht mehr verschmutzt“, sagt Huhn. Dies habe in der Vergangenheit immer wieder für Ärger gesorgt. Per GPS überwacht ein Mitarbeiter den reibungslosen Ablauf. Hier wird im Akkord gearbeitet. „Jede Betriebsminute der Maschinen kostet viel Geld“, erklärt der Lohnunternehmer.

Quelle: HNA

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