Neue Ost-Konkurrenz bereitet Firmen Sorgen

Schwalm-Eder. Skeptisch blicken Bauunternehmer, Maler und Gebäudereiniger aus dem Landkreis auf den 1. Mai 2011. Ab dann können Menschen aus acht mittel- und osteuropäischen Ländern ihre Arbeitskraft in diesen Branchen problemlos in Deutschland anbieten.

Eine Arbeitsgenehmigung ist nach EU-Gesetz nicht mehr nötig. Die von der HNA befragten Betriebe (siehe nächste Seite) fürchten eine neue Konkurrenz, der im Preiskampf schwer beizukommen sei.

Jürgen Altenhof, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, versteht die Sorgen, die viele Handwerker umtreiben. Sicher werde es Auswirkungen für die heimische Wirtschaft haben, wenn ab Mai etwa polnische und tschechische Firmen ihre Mitarbeiter uneingeschränkt nach Deutschland entsenden könnten. Die Menschen dort seien für den Unterhalt ihrer Familie auf deutlich weniger Geld angewiesen. Altenhof mahnt aber dazu, die Entwicklung erst abzuwarten, statt voreilig düstere Szenarien zu spinnen.

Heinrich Gringel, Ziegenhainer Bauunternehmer und Präsident der Handwerkskammer Kassel, will auch erstmal beobachten: „Noch wissen wir nicht, ob sich die Osteuropäer nicht eher nach England oder in die Niederlande orientieren, wo die Löhne noch besser sind.“ Zudem böten die nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz geltenden Mindestlöhne einen gewissen Schutz vor absoluten Billiganbietern.

Gringel weiß aber auch: „Es ist schwer kontrollierbar, ob Lohnvorgaben eingehalten werden. Etwa dann, wenn für zwölf Stunden Arbeit nur acht aufgeschrieben werden. Oder wenn der Chef für einen Wohncontainer 500 Euro vom Lohn abzieht.“ Eine Chance für lokale Betriebe sei es, noch stärker auf Qualität zu setzen.

Der Guxhagener Bauunternehmer Frank Lengemann macht sich, wie die meisten seiner Kollegen, wenig Illusionen: „Märkte lassen sich nicht aufhalten. Ich hoffe nur, dass Verbraucher die Region unterstützen.“

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Quelle: HNA

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