Wählergemeinschaft Unabhängige Liste

Neue Partei im Interview: „Es fehlt an Diskussionen in Felsberg“

Felsberg. Zur Kommunalwahl 2016 wird in Felsberg erstmals die neu gegründete Wählergemeinschaft Unabhängige Liste Felsberg antreten. Darüber sprachen wir mit Joachim Haak und Michael Fehmer.

Was war Ihre Motivation, die ULF zu gründen? 

Joachim Haak: Wir haben den Frust mancher Felsberger mitbekommen, die mit der bisherigen Arbeit des Stadtparlaments unzufrieden sind. Wir wollten nicht nur meckern, sondern versuchen, etwas zu ändern.

Michael Fehmer: Dazu hätten wir uns zwar auch einer der bestehenden Parteien anschließen können, aber bei denen haben wir uns nicht wiedergefunden. Wir wollten zeigen, dass es eine Alternative gibt zu den bestehenden Parteien.

Haben Sie den Eindruck, dass die Felsberger nach einer solchen Alternative suchen? 

Fehmer: Wenn die Felsberger lieber zur Bundestagswahl als zur Kommunalwahl gehen, obwohl bei der Kommunalwahl über Dinge entschieden wird, die vor Ihrer Haustür passieren, dann läuft etwas schief. Wenn man dann nach den Gründen fragt, wird der Mangel an Alternativen genannt.

Welches Ziel haben Sie für die Kommunalwahl? 

Haak: Das Ziel ist, die absolute Mehrheit der SPD im Stadtparlament zu kippen. Dieses Ziel hatten die anderen kleinen Parteien in den vergangenen Jahren aber auch, das ist kein Geheimnis.

Was ist denn aus Ihrer Sicht so problematisch an der absoluten Mehrheit der SPD?

Haak: Es fehlt an Diskussionen. Was die SPD nicht will, das kommt auch nicht. Gute Ideen, die von außen kommen, werden nicht akzeptiert. Wir wollen eine Diskussionskultur einführen, Schwung ins Parlament bringen. Wir sind auch der Meinung, dass man mehr Fachleute hören sollte.

Fehmer: Ich lebe seit 30 Jahren in Felsberg, aber ich habe noch nicht erlebt, dass Ideen aus der Bevölkerung sich im Parlament niedergeschlagen haben - obwohl alle sagen, sie wollen mehr Bürgerbeteiligung. Wir wollen die Leute aus dem stillen Kämmerlein herausholen und sie dazu anregen, Felsberg mitzugestalten.

Einige Mitglieder der ULF haben Bürgermeister Volker Steinmetz im Wahlkampf unterstützt. Haben Sie keine Angst, dass die Felsberger Sie nicht als Unabhängige Liste, sondern als Unterstützerliste für Steinmetz ansehen? 

Fehmer: Wie die Menschen uns sehen, kann ich natürlich nicht wissen. Sicherlich ist unser politisches Engagement zum Teil aus der Unterstützertätigkeit für Steinmetz gewachsen. Aber es war nicht unser Ziel, mit der ULF eine Unterstützergruppe für den Bürgermeister zu bilden.

Welche inhaltlichen Ziele hat die ULF? 

Fehmer: Vor allem ein schlüssiges Stadtentwicklungskonzept - das liegt bis heute nicht vor.

Haak: Stadtentwicklung umfasst so viele Themen: Der Bevölkerungsrückgang in den Stadtteilen, die Verteilung von Gewerbe- und Wohnflächen, regionale Energieerzeugung, die Pläne für die Umgehungsstraße und deren Folgen für die Altstadt.

Um die Themen anzugehen, müsste die ULF Sitze im Parlament bekommen. Welche Chancen rechnen sie sich aus? 

Haak: Es ist ganz schwer abzuschätzen, wie wir abschneiden - gerade aufgrund der Eigenheiten des Kommunalwahlrechts mit kumulieren und panachieren. Aber es ist einen Versuch wert. Die Alternative wäre, nichts zu tun.

Joachim Haak ist Vorsitzender der Unabhängigen Liste Felsberg (ULF). Er lebt in der Felsberger Kernstadt. Joachim Haak ist 50 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder, Bauprojektmanager an der Philipps-Universität Marburg, vorher nicht politisch aktiv, 2. Vorsitzender des Tennisvereins Gensungen.

Michael Fehmer ist stellvertretender Vorsitzender der ULF. Er lebt in Gensungen. Michael Fehmer ist 51 Jahre, verheiratet, keine Kinder, vier Katzen, Versicherungskaufmann, einige Jahre Mitglied der FDP in Felsberg, sportlich aktiv im TSV Jahn Gensungen Tischtennis.

Quelle: HNA

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