Uhrmachermeister Holger Elsner hat ein Händchen für filigrane Arbeiten mit dem geschmeidigen Edelmetall

Neue Prachtstücke aus Altgold

Mit Muse und Fingerspitzengefühl: Holger Elsner fertigt Schmuck an, den er in seinen Geschäften in Zierenberg und Wolfhagen verkauft. Foto: Hoffmann

In unserer Adventsserie widmen wir uns täglich einem Stichwort aus der Weihnachtsgeschichte. Heute geht es um Gold. Hierfür haben wir eine Werkstatt besucht, in der mit viel Fingerspitzengefühl kleine Schmuckstücke entstehen.

Zierenberg. Immer und immer wieder fährt die raue Seite des Sandpapiers über den kleinen Ring. Gold ist er, strahlen tut er aber noch nicht. Holger Elsner hat ihn gerade erst in seiner kleinen Werkstatt in der Zierenberger Poststraße angefertigt und verpasst ihm nun den letzten Schliff. Feinste Unebenheiten wollen beseitigt werden, bevor das Gas aus dem Lötkolben zischt, um mit kleinster Flamme die Einfassung für einen funkelnden Edelstein anzubringen.

Es ist keine alltägliche Arbeit, die dem Niederelsunger dieses freudige Strahlen ins Gesicht zaubert, immer öfter nämlich muss er sich mit simplen Reparaturarbeiten zufrieden geben. Deshalb sind ihm die Aufträge auch so wichtig, die mehr von ihm abverlangen als das Löten von gerissenen Halsketten oder die Reparatur eines Verschlusses. Dann kann er sich ausleben, der Goldschmied, der eigentlich gar keiner ist.

„Die Goldschmiedeausbildung habe ich nicht absolviert, man muss aber auch nicht unbedingt zur Schule gegangen sein, um Schmuck herzustellen“, sagt der 51-Jährige, der sich das Meiste selbst beigebracht hat. Über handwerkliches Geschick und ein Händchen für filigrane Arbeiten verfügt er als gelernter Uhrmachermeister ohnehin.

Elsner genießt es, am 30 Jahre alten Arbeitstisch seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und gibt sich dabei voll und ganz dem edlen Material hin. „Es macht mir Freude, mit Gold zu arbeiten, denn es ist so wunderbar geschmeidig.“ Schmieden, Gießen, Ziehen - es sind vor allem die vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten, die es ihm angetan haben. Konzentriert schleift er kleine Details aus seinen Kreationen heraus, die nötigen Werkzeuge von der Zange bis zur Feile liegen in Griffnähe.

Keine goldene Nase

Für seine Arbeit benötigt Elsner nicht nur Muse und Fingerspitzengefühl, sondern auch Zeit. Zeit, die er gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit nur selten findet. Im Minutentakt schrillt die Klingel seiner Ladentür, und das ist auch gut so, denn mit der Goldschmiedekunst allein könne er sich keine „goldene Nase“ verdienen, wie er selbst sagt.

Über mangelnde Aufträge muss er sich dennoch nicht beklagen, seinem individuellen Service sei dank. „Die Menschen gönnen sich auch heute noch selbst angefertigten Schmuck, lassen beispielsweise aus Altgold ihr ganz individuelles Prachtstücken anfertigen.“

Genau das sind dann die Arbeiten, die Holger Elsners Alltag für ihn wertvoll machen. So wertvoll wie der gerade fertiggestellte Ring, der nach einem Polierbad in Walnussgranulat nun mit seinem Schöpfer um die Wette strahlt.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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