Neue Schleuderstraße für eine Tonne Honig: Berufsimker mit nur 23 Jahren

Einer der jüngsten Berufsimker Deutschlands: Oliver Hohmann (23) in seiner Imkerei in Fritzlar-Rothhelmshausen. Das Rähmchen mit den Waben kommt gerade sauber und einsatzbereit aus der Schleuderstraße. Foto: Dessauer

Rothhelmshausen. Mit seiner eigenen Imkerei auf dem Fritzlarer Rothhelmshof hat sich Oliver Hohmann einen Traum erfüllt.

Der erst 23- Jahre alte Junggründer steht zwar noch ganz am Anfang seines Berufslebens, hat aber schon eine klare Vorstellung davon, wie sein Geschäft laufen soll: „Wir versuchen, mehr und mehr in ökologische und biologische Landwirtschaft zu wandern.“

Das heißt: Keine Pestizide oder andere Schadstoffe - aber dafür auch weitere Wege und höhere Betriebskosten. Das nimmt der Berufsimker gerne in Kauf. Nachhaltigkeit ist ihm wichtig. Um seine Honigproduktion weiter zu professionalisieren hat er nun eine eigens für die Gegebenheiten in seiner Imkerei angefertigte Schleuderstraße angeschafft.

Lehre am Bieneninstitut

Durch die Schleuderstraße kann Hohmann in kurzer Zeit große Mengen Honig gewinnen. Bis zu einer Tonne am Tag sind theoretisch möglich. Bezuschusst wurde der Kauf der Schleuderstraße durch das Leader-Projekt der Region Kellerwald-Edersee, das kleine Unternehmen und Existenzgründer im Schwalm-Eder-Kreis unterstützt. Ein Privileg, dass sich Hohmann hart erarbeitet hat. Drei Jahre ließ sich Hohmann am Bieneninstitut in Kirchhain bei Marburg zum Tierwirt, Fachrichtung Imkerei, ausbilden. Dort werde, neben der bloßen Herstellung von Honig, auch viel Wert auf theoretische Grundlagen hinsichtlich des Arten- und Umweltschutzes gelegt, erklärt Hohmann.

Den Betrieb führt er derzeit noch gemeinsam mit Vater und Hobbyimker Michael Hohmann. Auf lange Sicht sollen in der Imkerei jedoch auch neue Arbeitsplätze in Form von Auszubildendenstellen entstehen.

Hohmann will möglichst bald seinen Imkermeister machen, um anschließend seine Philosophie des Imkerns an jüngere Generationen weitergeben zu können. Ab Frühjahr 2017 bietet er in Rothhelmshausen deshalb auch Schulungen für Hobby- und Jungimker und alle, die sich für das Imkern interessieren, an.

Seine Kunden will Hohmann mit Qualität und kreativen Rezepturen überzeugen. Unter anderem bietet er Espresso- und Kokosnusshonig an. Andere Produkte sind zum Beispiel Honigdressing, Honigmet, Kerzen aus Bienenwachs und Seife.

Mit dem Winter beginnt für Hohmann nun die Zeit der Vermarktung und des Suchens nach neuen Kunden. Ab März geht es dann aber wieder mit der Produktion von neuem Honig los.

Weitere Informationen: www.hohmann-imkerei.de

Quelle: HNA

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