Hessens kleinste Stadt stellt künftig die Feuerwehr für den Bundeswehrstandort

Neue Staffel für die Truppe

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Ypsilon auf Feuerwehrnummernschild: Das wird in der Region künftig nicht mehr zu sehen sein. Die Truppenübungsplatzfeuerwehr gibt es nur noch übergangsweise. Die Stadt Schwarzenborn muss den Brandschutz am Bundeswehrstandort künftig selbst organisieren und hofft dabei auf Hilfe vom Bund.

Schwarzenborn. Die Truppenübungsplatzfeuerwehr am Schwarzenborner Bundeswehrstandort ist mit dem Jahreswechsel Geschichte. Die Konsequenz: Künftig wird Hessens kleinste Stadt die Brandschutzaufgaben in der Knüllkaserne selbst stemmen müssen.

Das teilte Bürgermeister Jürgen Kaufmann den Stadtverordneten am Donnerstag abend in ihrer Jahresabschlusssitzung mit. In den nächsten sechs Monaten muss die Stadt eine eigene Standortfeuerwehr aufbauen.

Hintergrund: Mit der Umstrukturierung der Bundeswehr wird das Areal auf dem Knüllplateau künftig nur noch als Standortübungsplatz genutzt.

Regiment übernimmt Betrieb

Die Organisation des Übungsbetriebs, die bisher der Truppenübungsplatzkommandantur in Wildflecken oblag, übernimmt mit dem Jahresbeginn das Schwarzenborner Jägerregiment.

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HNA-Redakteurin Sylke Grede: Unterstützung ist nötig

Von werden den bisher dreizehn Schießbahnen im militärischen Sicherheitsbereich werden künftig nur noch zwei im südwestlichen Bereich für Übungen mit scharfer Munition genutzt. Das seien laut Kaufmann allerdings keine branderzeugende Geschosse. Die bisherige Truppenübungsplatzfeuerwehr werde in einer Übergangszeit bis April noch eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft sicherstellen, erklärte der Bürgermeister. Zwar wird ab dann die Verantwortung des Brandschutzes in der Knüllkaserne an die Stadt übergehen, aber noch bis Juli soll die Berufsfeuerwehr die neuen freiwilligen Feuerwehrleute unterstützen.

Gemeinsam mit dem Kreisbrandinspektor müsse es erst eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung geben, stellte Kaufmann klar. Dabei werden zum Beispiel die Örtlichkeiten und mögliche Gefahrenlagen erst erkundet.

Personal ist bereit

An Personal wird es der neuen ehrenamtlichen Standortfeuerwehr nicht mangeln, ist sich Kaufmann sicher. Bereits jetzt hätten zivile Bundeswehrbedienstete und Soldaten der Schwarzenborner Patenschaftskompanie ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet, so dass personell der Bildung einer weiteren Staffel der Schwarzenborner freiwilligen Feuerwehr nichts im Wege stehe.

Nicht geklärt ist allerdings die materielle Ausstattung der neuen Standortfeuerwehr. Die Stadt steht diesbezüglich - auch wegen einer finanziellen Förderung - noch mit dem Bund in Verhandlung.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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