Neue Studie: Schüler ohne Abschluss im Kreis die Ausnahme

Wolfhager Land. Der Primus der jüngsten Bildungsstatistik ist der Landkreis Kassel: 97 von 100 Schulabgängern im Kreis hatten 2008 einen Abschluss in der Tasche - der Anteil der Abgänger ohne Schulabschluss liegt bei 2,8 Prozent und ist hessenweit der geringste.

Bei einem Vergleich mit der Quote in ganz Hessen klettert die Prozentzahl mehr als doppelt so hoch: „2008 verließen sieben Prozent der hessischen Schüler die Schule ohne einen Abschluss“, sagt Antje Funcke, die die Studie der Bertelsmann-Stiftung begleitet. Blickt man in die Klassenbücher im Altkreis, schrumpft die Niedrigquote im Kreis nochmals: Von mehr als 400 Abgängern im vergangenen Schuljahr waren lediglich drei ohne Abschluss - die Zahlen der Gesamtschulen im Altkreis sind somit noch erfreulicher als die im Landkreis.

Warum schwankt die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss von Region zu Region? Und warum steht das Wolfhager Land so gut da? Vertreter der drei Gesamtschulen im Altkreis sind sich einig: Wer seine Schüler individuell fördert, webt ein Sicherheitsnetz, das gefährdete Schüler vorm Durchfallen durch die Abschlussprüfungen bewahrt. „Alle Schüler, die regelmäßig am Unterricht teilnehmen, konnten wir so bisher mitschleifen“, sagt Rita Schmidt-Schales, Leiterin der Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule. Ihren Abschluss verfehlt hätten bisher nur diejenigen Schüler, die den Unterricht geschwänz und sich somit dem Einfluss der Lehrer entzogen hatten.

Den positiven Einfluss der Schulen auf die Studie zweifelt Antje Funcke von der Bertelsmann-Stiftung jedoch an: „Entscheidend ist die soziale Lage vor Ort.“ Wo weniger klassische Bildungsverlierer wie Schüler mit Migrationshintergrund oder aus sozialschwachen Familien lebten - wie im Altkreis - sei die Quote der Abgänger ohne Abschluss automatisch geringer.

Von Pia Schleichert

Quelle: HNA

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