Bisherigen Tunnel zu klein

Neue Tunnel für Kröte, Frosch und Co.: 152.000 Euro für Amphibienanlage an K87

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Werden ausrangiert: Die bisherigen Amphibientunnel, die unter der Straße verlaufen, werden durch neue ersetzt.

Escheberg/Oberelsungen. Der geplante Beginn der Bauarbeiten an der Kreisstraße 87 bei Escheberg verschiebt sich. 

Im April sollte es losgehen, nun ist der Beginn der Arbeiten für Ende Mai oder Anfang Juni geplant. Dann werden auch neue Amphibientunnel unter der Fahrbahn verlegt - für 152.000 Euro.

Rund 60 Bäume entlang der 2,6 Kilometer langen Strecke sind bereits gefällt worden, um mehr Platz zu schaffen. Denn die schmale Fahrbahn, die von der Landesstraße 3214 nach Escheberg abgeht, soll breiter werden, stellenweise bis zu 5,25 Meter. Ende des Monats, spätestens Anfang Juni beginnen die Arbeiten, die unter Vollsperrung ausgeführt werden. Der Landkreis hofft, dass der Bau bis Ende des Jahres abgeschlossen sein wird, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Insgesamt kostet die Erneuerung der Strecke rund 2,5 Mio. Euro. Etwa 152.000 Euro davon werden für den Bau einer neuen Amphibienleitanlage inklusive Leitzäunen gebraucht. Bislang gibt es zwei Tunnel in Höhe des Teichs, die neuen Tunnel sollen dann als Ausgleichsmaßnahme für den Eingriff in die Natur entstehen. Dafür werden dem Landkreis Ökopunkte angerechnet, sagt Kühlborn. Diese werden für Naturschutzmaßnahmen vergeben und können dann für spätere Bau-Projekte angerechnet werden.

Wird bald komplett gesperrt: Die Kreisstraße 87 in Richtung Escheberg wird breiter.

Der Naturschutzbund (Nabu) Oberelsungen hatte diese Ausgleichsmaßnahme gefordert. „Die bisherigen Tunnel sind zu klein“, sagt Vorsitzender Markus Dietrich. Außerdem seien diese aus Holz und im Lauf der Jahre kaputt gegangen. „Wir haben schon länger eine Erweiterung der Anlage gefordert“, sagte er. Bislang sei das meist aber an den Finanzen gescheitert. Die neuen Tunnel, durch die die Kleintiere die Straßenseite wechseln können, werden aus Metall sein. Das sei eine dauerhafte Lösung.

Wie viele Kröten, Molche und Co. in dem Gebiet leben, kann Dietrich nicht schätzen. Vor mehr als zehn Jahren gab es zuletzt eine Zählung. Damals wurden rund 10.000 Amphibien verzeichnet. Die Zahlen könnten nun rückläufig sein, vermutet Dietrich. Dennoch ist das Gebiet für das vermehrte Auftreten von Amphibien bekannt. Aus seiner Sicht sind die Tunnel notwendig: „Wenn man nichts macht, haben wir viele Totfunde.“

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Quelle: HNA

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