Neue Vorwürfe in der Fritzlarer Spitzel-Affäre

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Schwalm-Eder. Der Fritzlarer SPD-Politiker Karl Heinz Ernst soll bereits seit Jahren seinen Nachbarn, den Kreisveterinär Dr. Hans-Gerhard Heil, beobachtet haben. Das wirft ihm Hans Friedrich Christ vor, Mitglied im Personalrat der Kreisverwaltung.

Christ, der auch die Deutsche Verwaltungsgewerkschaft vertritt, war im Disziplinarverfahren gegen Heil Zeuge. Bereits zu Zeiten von Landrat Jürgen Hasheider, der bis 2002 im Amt war, habe Ernst seinem Nachbarn vorgeworfen, die Dienstzeit teilweise zu Hause zu verbringen.

Dieses Gespräch räumt Ernst ein. Christ, der für die Zeiterfassung zuständig war, habe dem Landrat angeboten, ihm alle Unterlagen zur Prüfung vorzulegen, sagt er. Das habe Hasheider jedoch abgelehnt. Der Ex-Landrat selbst kann sich nicht mehr erinnern. Es sei aber möglich, dass es so gewesen sei, sagte er der HNA.

Im Jahr 2006 wurden erneut Vorwürfe gegen Heil laut, er habe Arbeitszeiten falsch im System abgebucht, erinnert sich Christ. Die Prüfung habe ergeben, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Landrat Frank-Martin Neupärtl habe sich persönlich per E-Mail bei Heil entschuldigt. Er habe das Schreiben selbst gesehen, sagt Christ.

Für Heil legt Christ die Hand ins Feuer. „Keiner ist in der Kreisverwaltung so penibel wie er“, sagte er über die Zeiterfassung des Kreisveterinärs.

Es werde oft übersehen, dass Amtstierärzte häufig Überstunden machten, zum Beispiel durch Wochenendbereitschaft. Diese würden sie dann später abbummeln.

Nach Einschätzung von Experten könnte es sich bei Karl-Heinz Ernsts Vorgehen um eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts handeln.

Ernst selbst weist Vorwürfe einer Beobachtung seit 2002 entschieden zurück. Christ sei als Büroleiter von Dr. Heil nicht objektiv. Ernst zu diesen Vorwürfen: „Das ist schlicht gelogen.“

Quelle: HNA

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