Anwohner klagen über gestiegene Belastung

Neuer Asphalt auf der A7 sorgt für Lärm: Knüllwald fordert Tempolimit

Sie wollen den Verkehrslärm nicht mehr hören: (von links) Paul Wiegand, Nico Kaiser, Jürgen Jurgilewitsch, Karl-Heinz Steuerwald und Karl Hellwig. Foto: Laumann

Knüllwald. Heftige Kritik gibt es an dem neuen Asphalt auf der Autobahn 7 bei Knüllwald. Die Anwohner klagen über den Lärm. Eine Lösung soll her.

Seitdem die Fahrbahndecke in Richtung Norden erneuert wurde, haben viele Anwohner das Gefühl, dass die Lärmbelastung entlang der Strecke größer geworden ist.

Gemeindevertretung, Gemeindevorstand und die „Bürgeriniative für ein Lebenswertes Knüllwald“ sind sich einig: Sie wollen, dass der Lärmschutz verbessert wird. Als ersten Schritt fordern sie eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Stundenkilometer.

„Dafür gibt es klare Kriterien“, sagt Horst Sinemus. Doch selbst bei Erfüllung der Kriterien bestehe keine Verpflichtung. „Diese liegt im Ermessen der zuständigen Verkehrsbehörde“, erklärt der Pressesprecher von Hessen Mobil.

Auch auf weitere Verbesserungen wie eine Erneuerung oder Erhöhung der Lärmschutzwände gebe es keinen Rechtsanspruch. Schließlich handele es sich bei der Deckenerneuerung um eine Arbeit im Bestand und keinen Neubau.

Die Knüllwalder wollen dies nicht hinnehmen. Sie machen sich für eine lärmtechnische Untersuchung stark. So wollen sie ermitteln, wie groß die Lärmbelastung an der Strecke und in den Ortsteilen ist. Auf dieser Grundlage solle über den Lärmschutz entschieden werden. Grundlage für die Bewertungen sind bei der Verkehrsbehörde jedoch Berechnungen und keine Messungen, wie Horst Sinemus erklärt.

Gegen die Messung vor Ort spächen mehrere Gründe. So würde nur das Verkehrsaufkommen während der Messzeit und am Messort registriert. Die dabei aufkommende Verkehrmenge sei zufällig und keinesfalls repräsentativ. In das Ergebnis flössen zudem neben den Verkehrsgeräuschen auch alle Umgebungsgeräusche ein. Hinzu komme, dass Messungen vor Gericht nicht anerkannt werden.

Die Gründe für den Gussasphalt 

Auf der Autobahn 7 bei Knüllwald wurde die Fahrbahndecke erneuert. Im vergangenen Jahr wurde dort Gussasphalt aufgebracht. Der hat laut Hessen Mobil-Pressesprecher Horst Sinemus zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Asphaltvarianten:

• Die Fahrbahnoberfläche ist griffiger

• Es bilden sich weniger Spurrinnen

• Insgesamt verbessert sich so die Sicherheit

• Der Gussasphalt hält etwa 20 Jahre und damit länger als andere Oberflächen

• Durch die längere Haltbarkeit ist die Wirtschaftlichkeit besser.

Mit zunehmender Zeit und Nutzung des Asphalts sollen die Schallemissionen sinken.

Quelle: HNA

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