Zu wenige Brandschützer haben Erlaubnis bis 7,5 Tonnen

Neuer Führerschein: Wehren fehlen Fahrer

Schwalm-Eder. Den Feuerwehren im Landkreis könnten in den nächsten Jahren Fahrer für ihre Einsatzfahrzeuge fehlen. Künftig werde es kaum noch Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen geben, teilt Kreisbrandinspektor Werner Bähr mit. „Es fehlen dann einfach Fahrer, die die großen Fahrzeuge fahren dürfen“. Gerade in kleineren Orten würden in den kommenden Jahren zehn alte Fahrzeuge gegen neue, schwerere ausgetauscht.

Hintergrund: Mit dem Autoführerschein der Klasse B, der seit 1999 gilt, dürfen nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gewicht gefahren werden. Viele moderne Lösch- und Einsatzwagen wiegen aber mehr. Der alte Führerschein Klasse 3 gilt bis 7,5 Tonnen. Ihn haben aber nur Feuerwehrleute, die älter als 29 Jahre sind. Jüngere müssen den 2000 Euro teuren Lkw-Führerschein C1 machen – und auch etwa zur Hälfte selbst bezahlen, da die Gemeinden meist nicht alle Kosten übernehmen.

Das Land Hessen erlaubt den Feuerwehrleuten seit dem 1. Juli dieses Jahres, durch eine einfache Zusatzausbildung einen Feuerwehrführerschein bis 4,75 Tonnen zu machen. Dieser würde allerdings nicht so viel nutzen, da viele Feuerwehren Fahrzeuge über 4,75 Tonnen im Einsatz haben, sagt Bähr. „Wir hoffen darauf, dass der Feuerwehr-Führerschein auf 7,5 Tonnen ausgeweitet wird.“

Bisher profitieren von der kostenlosen internen Zusatzausbildung vor allem Rettungskräfte, da die neuen Rettungswagen unter 4,75 Tonnen wiegen, sagt der stellvertretende Kreisbrandinspektor Robert Pfalzgraf. „Um einen Fahrermangel bei der Feuerwehr abzuwenden, müssten in einigen Orten trotzdem die teuren Lkw-Führerscheine gemacht werden“, sagt er. Doch könne man dazu niemanden verpflichten. Es sei auch bereits vorgekommen, dass im Notfall ein Fahrer ohne entsprechende Fahrerlaubnis ausrücken musste.

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Von Diana Rissmann und Jörg Paulus

Quelle: HNA

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