Der Tischler Jörg Battenberg arbeitet fachmännisch alte Einrichtungsgegenstände auf

Neuer Glanz für alte Möbel

Verwandelt alte Möbel zu Schmuckstücken: Der Schreiner und Restaurator Jörg Battenberg hat sich auf das Aufarbeiten von alten und antiken Stücken spezialisiert. Fotos:  Lache-Elsen

Röllshausen. Jörg Battenberg beherrscht sein Handwerk aus dem Effeff. Wenn der Schreiner und Restaurator ein altes Möbelstück begutachtet, weiß er sofort, welche Arbeitsgänge notwendig sind, um aus dem Exponat wieder ein Schmuckstück zu machen. Etwas diffiziler ist es häufig, bei einer Antiquität, die in hundert Jahren nachgedunkelt ist, die Holzart zu bestimmen.

Jörg Battenberg folgte der Tradition seines Vaters Georg, der auch das Tischlerhandwerk erlernt hat. Er gründete 1970 den Betrieb in Röllshausen in der Kirchstraße, in der sich auch heute die Werkstatt und Lager befindet. Der 44-Jährige arbeitet seit 24 Jahren im Betrieb. Wie auch sein Vater, der auch mit agilen 77 Jahren noch an Möbeln arbeitet, hat er sich auf das Restaurieren und den Nachbau alter Möbel spezialisiert. Was nicht heißt, dass in seine Werkstatt nicht auch Leute aus dem Dorf kommen und er ein Stuhlbein leimt oder eine Tischplatte abschleift, erzählt Battenberg.

Holzwurm und Blaufäule

Häufig sei es so, dass ein Haus renoviert oder umgebaut werde und dabei fast vergessene alte Schätzchen wieder auftauchen, die zur Seite gestellt und viele Jahre unbeachtet ihr Dasein fristeten. Dann kommt Battenberg ins Spiel, der das Möbelstück in Augenschein nimmt. Eine Antiquität ist für ihn, was hundert Jahre und älter ist. Das kann ein Kleiderschrank sein, oft restauriert er Stücke, die zwischen 1880 und 1900 gemacht wurden.

Oder auch Kommoden, Tische, Brotschränke oder Gitterschränke, ein typisches Möbelstück für die Schwalm, das früher auf keinem Bauernhof fehlte. All diese Sachen baut er nach original Vorbildern auch nach. In seltenen Fällen reicht ihm eine kurze Untersuchung, um zu dem Schluss zu kommen, dass sich ein Aufarbeiten nicht mehr rentiert. Das kann der Fall sein, wenn das Teil zu wurmstichig oder zu verrottet ist. Oder auch, wenn das Kiefernholz von Blaufäule befallen ist, „das sieht fürchterlich aus, das will ich keinem Kunden zumuten“. Oder wenn der Aufwand des Aufarbeitens in keiner Relation zum Wert des Möbelstücks steht.

„Schönere Farbtöne“

Bisher war er kein großer Freund davon, Antiquitäten zu wachsen oder zu ölen. Erstens bedarf das einer Pflege, zweitens gestalte sich eine spätere Aufarbeitung oder ein erneutes Abschleifen später schwierig. Aber: „Mit Öl lassen sich schönere Farbtöne herausholen als mit Lack, das sieht natürlicher aus.“ Vor kurzem hat er ein neues Produkt auf Ölbasis entdeckt, das er nun testen möchte. Auch in seiner Wohnung hat er viele Schmuckstücke stehen, den alten Wohnzimmerschrank der Großmutter, weiß lasiert mit braun abgesetzter Platte und Gesims.

Sein Lieblingsstück ist ein Sekretär aus Kirschholz, auch ein alter Bauernschrank mit Intarsien. Viele Schätzchen, die er behandelt wie die Aufträge seiner Kunden: „Hier geht nichts raus, mit dem ich nicht persönlich zufrieden bin.“ (alx)

www.battenberg-antik.de

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

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