Neunter Nistplatz im Schwalm-Eder-Kreis

Neuer Horst für Störche in Schwarzenberg

Schwarzenberg. Störche haben im Landkreis eine neue Heimat: den Horst bei Schwarzenberg. Dieser wurde am Samstag aufgestellt. Der Schwarzenberger Horst ist nun der neunte im Schwalm-Eder-Kreis.

Die übrigen Horste sind Althorste und stehen in Malsfeld, Wabern (drei), Fritzlar, Ziegenhain und Willingshausen-Loshausen (zwei).

Noch ist vom charakteristischen Klappern der Störche an Fulda und Eder nichts zu hören. In der Schwalm ist der erste Rückkehrer aus dem Süden vor wenigen Tagen eingetroffen. Der Weißstorch - meist ist es das Männchen, das zuerst ankommt - hat einen neuen Horst in Ziegenhain besetzt. „Wenn dann etwas später das Storchenweibchen eintrifft, wird er es mit lautem Geklapper begrüßt“, sagt Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation in Wabern.

Sie hatte die Mitglieder des Schwarzenberger Ortsbeirats und der Jagdgenossen auch bei Bau und Standortwahl beraten. Am Samstag wurde dann ein neun Meter hoher Telegrafenmast mit Traktoren und Muskelkraft in die Höhe gehievt. Dieser wird von einem Horst mit 1,20 Metern Durchmesser gekrönt.

Schon in den vergangenen beiden Jahren waren ein Storchenpaar undmehrere Jungstörche in der Fuldaaue bei Schwarzenberg aufgetaucht, berichtete Ortsvorsteher Timo Riedemann. Im August 2014 waren es mehr als 50 Jungstörche, die sich in den feuchten Fuldawiesen nahe des Ortes auf den Flug gen Afrika vorbereiteten. Beides viel versprechende Signale, dass Schwarzenberg zum Storchendorf werden könnte, fanden Ortsbeirat und Jagdgenossen. Nachdem die Stadt den Antrag auf Horst-Aufstellung genehmigt hatte, ging’s los: Die Jagdgenossen schweißten ein massives Eisengestell und betonierten die Halterung für den Telegrafenmasten 1,50 Meter tief in die Erde ein. Für den Horst wurde ein Eisenkranz geschmiedet, obenauf ein Weidengeflecht mit Zweigen und weißen Farbklecksen. „Die sollen aussehen wie Kot und den Vögeln einen bereits benutzen Horst vorgaukeln“, erklärte Andrea Krüger-Wiegand den Trick, mit dem man hofft, ein Brutpaar anzulocken.

Ob es sich bei dem Storchenpaar, das in Schwarzenberg gesehen wurde, um das vertriebene Paar aus Malsfeld handelt? Vor zwei Jahren hatte es gebrütet, das Gelege war jedoch von Fremdstörchen zerstört worden, berichtete Krüger-Wiegand. Naheliegend sei es, dass das ursprüngliche Malsfelder Brutpaar die Fulda aufwärts gezogen sei. Für die Jungstorch-Aufzucht sei der Standort in Schwarzenberg ideal, bestätigte die Storchenexpertin. Rundherum liegen feuchte Wiesen, die, abgesehen vom Grünschnitt, landwirtschaftlich nicht bewirtschaftet werden. Und der Boden ist von Mauselöchern perforiert.

Von Petra Schaumburg-Reis

Quelle: HNA

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