Von New York nach Wolfhagen: Neue Kindergarten-Leiterin Carmen Ramos im Porträt

Neuer Job, neues Glück

Planen, koordinieren, organisieren: Neben ihren Aufgaben als Kiga-Leiterin sucht Carmen Ramos – hier mit (von links) Jarno, Tina, Laurin und Evelyn – den Kontakt zu den Kindern. Foto: Hempel

Wolfhagen. Nach hundert Tagen ist klar: Hier ist sie richtig. Carmen Ramos hat sich im „Haus der kleinen Füße“ eingelebt. Seit Oktober ist sie Leiterin des Wolfhager Kindergartens. Angefangen hatte alles mit einem Probe-Abo der HNA. „Am letzten Tag des Abos war die Stellenanzeige in der Zeitung,“ sagt Ramos. Sie bekam den Job.

Obwohl sie in Kassel lebt, war Wolfhagen kein Neuland für die 48-Jährige. Ramos hatte den Kindergarten durch die Arbeit im Allgemeinen Sozialen Dienst für das Jugendamt kennengelernt. „Ich habe diese Arbeit gern gemacht, aber auf die Dauer war es belastend, die Not zu sehen, Missbrauch und Verwahrlosung.“ Wenn die Belastung zu groß sei, drohe die Gefahr, nachlässig zu werden. Lange habe sie sich mit dem Gedanken getragen, sich nach einer anderen Arbeit umzusehen.

Auch als Kindergartenleiterin ist es vor allem der Kinderschutz, der Ramos wichtig ist. „Hier habe ich die Möglichkeit, Probleme relativ früh zu erkennen und einzugreifen.“

Viel herumgekommen

Ramos ist herumgekommen in der Welt, bevor sie nach Wolfhagen gefunden hat. Geboren ist sie in New York. In den USA verbrachte sie auch ihre ersten zehn Lebensjahre. Ihr Vater war nach dem Zweiten Weltkrieg als Soldat in Deutschland stationiert, Ramos’ Mutter stammt aus Mecklenburg-Vorpommern.

Zurück in Deutschland, lebte Ramos zunächst im baden-württembergischen Aalen. Frisch verheiratet ging sie Anfang der 80er-Jahre mit ihrem Mann, einem Piloten, für einige Jahre zurück in die USA. In München machte sie mit Ende 20 eine Ausbildung zur Erzieherin.

„Kinder waren für mich schon immer Thema.“

Carmen Ramos, Kindergarten-leiterin

Für die Arbeit mit Kindern war Ramos bereits damals in gewisser Weise prädestiniert. „Da hatte ich schon selbst vier Kinder.“ In den folgenden Jahren kamen noch zwei dazu. „Kinder waren für mich schon immer Thema.“ Mit 18 Jahren bekam sie ihr erstes Kind, ihren ältesten Sohn, der heute 30 ist.

Nach der Ausbildung ging Ramos mit ihrem Mann nach Spanien. Mehr als vier Jahre lebte sie mit ihrer Familie in Madrid. Zurück in Köln folgte die Trennung. 2002 kam Ramos schließlich nach Kassel, um Sozialpädagogik zu studieren. „Ich lebe gerne hier“, sagt Ramos. „Aus dem Beruflichen heraus haben sich viele Freundschaften gebildet.“ Neben Freunden sei es vor allem die Musik, die einen großen Teil ihrer Freizeit ausmache. „Früher habe ich in einem Gospelchor gesungen.“ Auch die Sevillana, einen spanischen Volkstanz, den Ramos während ihrer Zeit in Madrid gelernt hat, übt sie heute noch mit ihren Töchtern.

Im „Haus der kleinen Füße“ ist vor allem ihr organisatorisches Talent gefragt. „Ich habe keine direkten pädagogischen Aufgaben“, erklärt Ramos. So oft es geht, esse sie mit einer Gruppe zu Mittag, um mit den Kindern in Kontakt zu bleiben. Aber nicht nur wegen der Kinder schätzt Ramos ihre neue Stelle. „Die Mitarbeiter sind sehr engagiert, und meine Vorgängerin hat sehr gute Vorarbeit geleistet.“

Von Claudia Hempel

Quelle: HNA

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