Historisches Musikinstrument in Lobenhäuser Kirche

Sanierung für 10.000 Euro: Neuer Klang für die alte Orgel

Fast fertig: Noch fehlt die Außenverkleidung an der Orgel, aber zum nächsten Gottesdienst am 10. Mai wird das Instrument erklingen, kündigt Heinrich Schmoll, Kirchenältester und Vorsitzender des Fördervereins der Kirche, an. Fotos: Féaux de Lacroix

Lobenhausen. Für 10.000 Euro ist die Orgel in der Lobenhäuser Kirche zu den Seligpreisungen saniert worden. Auf den ersten Blick ansehen kann man ihr das nicht - aber anhören.

Bislang, sagt Pfarrer Heinz-Ulrich Schmidt-Ropertz, war die Orgel viel zu laut für die kleine Kirche. „Die Gottesdienstbesucher konnten sich selbst kaum noch singen hören.“ Zudem war die Orgel sehr unkomfortabel zu spielen: Die Fußpedale waren schmal und lagen eng beieinander, so dass es schwierig war, sie mit dem Fuß richtig zu treffen. Zudem war der Sitzplatz an der Orgel sehr beengt.

All diese Mängel hat die Rotenburger Orgelbauwerkstatt Dieter Noeske und Peter Kozeluh mit der Sanierung behoben. Es wurden neue Pedale eingesetzt, eine höhenverstellbare Sitzbank eingebaut und das Manual (also die Tasten) so nach hinten versetzt, dass etwas mehr Platz für den Organisten bleibt. Die Holzvertäfelung wurde zum Teil neu gestrichen. Außerdem wurden die Orgelpfeifen neu gestimmt, was für einen deutlich besseren Klang sorgt.

Der Organist habe die sanierte Orgel bereits getestet und sei sehr zufrieden, berichtet Schmidt-Ropertz. „Man kann auf der Orgel jetzt immer noch keine Bachfugen spielen“, sagt der Pfarrer, „aber wir können jetzt wieder Orgelkonzerte in der Kirche veranstalten.“

Mehr Komfort für den Organisten: Pfarrer Heinz-Ulrich Schmidt-Ropertz – der allerdings nicht Orgel spielen kann, wie er bekennt – beim Probesitzen.

Die Sanierungsarbeiten hätten nur wenig Zeit in Anspruch genommen. Da nur alle vier Wochen ein Gottesdienst in Lobenhausen stattfindet und die Sanierungsarbeiten während der Gottesdienstpausen stattfanden, musste kein Gottesdienst ohne Orgelmusik stattfinden. Knapp die Hälfte der Sanierungskosten hat der Kirchenkreis übernommen, der Rest kam durch Spenden zusammen - von der Sparkassenstiftung, dem Kirchenförderverein, der Herbert-Gießler-Stiftung und Privatleuten.

Die denkmalgeschützte Orgel hat schon einige Jahre auf dem Buckel: Sie stammt vermutlich aus der Erbauungszeit der Lobenhäuser Kirche in den Jahren 1799/1800. Der 77-jährige Heinrich Schmoll, Kirchenältester und Vorsitzender des Kirchen-Fördervereins, hat noch erlebt, dass der Blasebalg der Orgel per Hand bedient werden musste. Heute funktioniert das elektronisch.

Ungewöhnliche Perspektive: Da die Holzvertäfelung für die Sanierungsarbeiten abgenommen wurde, kann man einen Blick in das sonst verborgen liegende Innenleben der Orgel werfen. Einige Orgelpfeifen fehlen hier, sie wurden zum Stimmen herausgenommen.

„Für ihr Alter ist die Orgel in einem sehr guten Zustand“, sagt Pfarrer Schmidt-Ropertz. Das zeige, dass das Instrument stets instandgehalten wurde. Zu Recht, sagt Heinrich Schmoll: „Der Orgelbauer hat mir gesagt: So ein Juwel, wie Sie hier haben, würde ich nicht gegen eine neue Orgel eintauschen.“ Von der Klangqualität dieses Juwels können sich die Besucher des nächsten Gottesdienstes am Sonntag, 10. Mai ab 9 Uhr überzeugen. Außerdem ist für September ein Orgelkonzert geplant.

Quelle: HNA

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