Landwirt will Jungviehhaltung an Ortsrand verlagern

Neuer Stall sorgt für Streit: Initiative legt Widerspruch ein

Keine Erweiterungsmöglichkeiten: Am Standort in der Ortsmitte von Wernswig reiche der Platz nicht aus, um künftig alle Jungrinder unterzubringen, sagt Landwirt Bernd Weiß. Gegen die Pläne zum Bau eines Stalles am Ortsrand gibt es Widerstand aus der Bevölkerung. Foto: Rohde

Wernswig. Gerade erst ist der Streit um den Bau eines Güllebehälters im Homberger Stadtteil Wernswig verraucht, da wird der Frieden im Dorf durch ein neues landwirtschaftliches Projekt auf die Probe gestellt.

Der Landwirt Bernd Weiß will am Ortsrand einen Stall für 150 Jungrinder und 15 Kälber, einen Behälter für 2000 Kubikmeter Gülle sowie ein Fahrsilo bauen. Dagegen formiert sich nun erneut Widerstand. Im Oktober 2012 wollte der Bodenverband einen Güllebehälter für etwa 3000 Kubikmeter bauen, nicht weit von der Stelle entfernt, wo jetzt Landwirt Weiß sein Projekt verwirklichen will. Angesichts der Proteste - es waren fast 300 Unterschriften gesammelt worden - hatte der Bodenverband sein Vorhaben aufgegeben.

Bernd Weiß hält jedoch an seinen Plänen fest. Er möchte noch dieses Jahr mit dem Bau beginnen. Der Vollerwerbslandwirt hält derzeit 135 Kühe und 15 Kälber. Wegen der beengten Situation auf dem Hof habe er einen Teil der Tiere bereits bei einem Kollegen untergebracht. Der wolle jetzt jedoch mit der Rinderhaltung aufhören, erklärte der 41-Jährige im Gespräch mit der HNA.

Auf der Steinwiese, etwa 300 Meter vom Ort entfernt, habe er größere Weideflächen. Dort gebe es bereits Hallen für Stroh, Heu, Getreide und Geräte. In einem neuen Stall solle dort künftig das gesamte Jungvieh untergebracht werden, mit Weidehaltung in den Sommermonaten.

Das sei ein stimmiges Konzept, und die Größenordnung sei notwendig, um seine Existenz zu sichern, meint Weiß. Der Güllebehälter sei nur für den Eigenbedarf ausgelegt. Die Emissionen seien nicht mit einem Schweinemastbetrieb zu vergleichen.

Das sehen die Vertreter von der Interessengemeinschaft „Besorgte Bürger Wernswig“ völlig anders. Sie befürchten Geruchsbelästigungen und gesundheitliche Risiken, etwa durch Bakterien sowie eine Beeinträchtigung der Wohn- und Lebensqualität und eine Wertminderung der Gebäude und Grundstücke.

„Wir wissen, dass wir in einem Dorf leben, aber ein solches Projekt gehört nicht in die Hauptwindrichtung vor einen Ort“, sagt Frank Weber von der Initiative. Es gebe andere Standorte, die wesentlich günstiger seien, fügt Harald Thurau hinzu.

Die Initiative ärgert sich, dass nun offenbar Plan B verwirklicht werden solle, nachdem der Bodenverband mit seinem Projekt gescheitert sei. Weber: „Hier wird nicht mit offenen Karten gespielt.“ Die Initiative hat bei der Bauaufsicht Widerspruch gegen das Vorhaben eingelegt.

Am 19. Januar hatte Landwirt Weiß über seine Pläne informiert. Da habe es keinen Widerspruch gegeben, sagt der 41-Jährige. Diese Veranstaltung sei nicht wirklich gut bekannt gemacht worden, entgegnen die Kritiker.

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Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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