Neuer Unterstand für Rollstühle und Rollatoren im Erlebnisbad

Bietet ausreichend Platz: Gehbehinderte können Rollstuhl oder Rollator nun wettergeschützt abstellen. Von links Ulla Vetter, Mitglied im Förderverein, Uwe Heinemann, Zimmermeister, Wolfgang Hensel, Beauftragter für Menschen mit Behinderung und Axel Vetter, Vorsitzender des Fördervereins. Vorne im Bild Jenny Keller, die den Unterstand testete. Foto: Chantal Müller

Wolfhagen. Im Wolfhager Erlebnisbad ist am Donnerstag ein Unterstand für Rollstuhlfahrer entstanden. Nun können sie ihren Rollstuhl und die Kleidung vor dem Wetter geschützt dort unterbringen, wenn sie das Schwimmbad besuchen. Finanziert wurde das Projekt vom Förderverein und der Aktion „ProCent" von Mercedes.

Bereits vor drei Jahren habe der Förderverein einen barrierefreien Weg für Blinde und Rollstuhlfahrer im Schwimmbad gebaut, sagt Axel Vetter, Vorsitzender des Fördervereins. So könnten die Rollstuhlfahrer nun auch direkt bis ans Wasser fahren. „Aber ihren Rollstuhl konnten sie nirgends vor dem Wetter geschützt abstellen.“

Wetterschutz

Den Rollstuhl vor dem Wetter zu schützen sei aber besonders wichtig, sagt Jenny Keller, die das Schwimmbad in ihrem Rollstuhl oft besucht. „Wenn es anfängt zu regnen, können wir unsere Sachen nicht so schnell zusammenpacken, wie gesunde Menschen.“ Wenn das Rollstuhlkissen erst einmal feucht sei, sitze man den ganzen Tag im Nassen, meint Keller.

Sie ist froh, über das neue Angebot im Schwimmbad. „Der Unterstand ist nicht nur behinderten-, sondern auch altersgerecht“, sagt Keller. Die Sitzbänke seien niedrig genug, um sich ohne Hilfe anderer aus dem Rollstuhl dorthin zu setzen. Außerdem sei ausreichend Platz, um Rollstuhl oder Rollator dort unterzustellen.

Pause in Wassernähe

Gebaut wurde der Unterstand in der Nähe des Schwimmbeckens. Von dort aus haben die Menschen gute Sicht auf das Wasser und das Treiben um sich herum, wenn sie sich dort ausruhen wollen. Darüber freut sich Keller. „Ich gehe oft ins Schwimmbad, um einfach nur Kontakt zu anderen Menschen zu haben.“

Um den behindertengerechten Unterstand zu finanzieren, habe sich der Förderverein bei der Aktion „ProCent“ von Mercedes beworben. Bei diesem Projekt spenden Mitarbeiter einen Centbetrag von ihrem Gehalt. Dieser Betrag wird von der Firma verdoppelt. So habe der geplante Unterstand mit 1500 Euro gefördert werden können, sagte Vorsitzender Vetter. „Der Förderverein hat dann den Restbetrag von 3000 Euro finanziert.“

Unterstützung von Firmen

Beim Bau unterstützt wurde der Förderverein von Handwerkern aus Wolfhagen: Den Platz für den Unterstand baggerte die Firma Bachmann aus, die Stadt Wolfhagen sorgte für die Fundamente und den Unterstand selbst habe Zimmermeister Uwe Heinemann gebaut, der auch für das Projekt spendete.

Von Chantal Müller

Quelle: HNA

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